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Warum es MFA mal anders gibt

Du bist als MFA Organisationstalent, medizinische Assistenz, Sekretär/in, Seelsorger, Logistiker, Abrechnungsprofi und Aushängeschild der gesamten Praxis.

Als ich mit 17 Jahren meine Ausbildung zur Arzthelferin anfing, wusste ich ganz genau: das ist mein Traumberuf! Der Job macht mir Spaß! Das kann ich bis zur Rente machen! Und ich wurde eine Medizinische Fachangestellte mit Herz und Seele. Ich mochte die (meisten) Patienten, die Patienten mochten mich. Ich saugte alle Informationen auf, die mit Medizin zu tun hatten und bin gerne zur Arbeit gegangen.

Doch ca. 3 Jahre nach meiner Ausbildung fing der Praxisalltag als ausgelernte Medizinische Fachangestellte an mich zu langweilen und ich lernte nicht mehr wirklich Neues dazu. „Könnte daran liegen, dass ich immer noch in meiner Ausbildungspraxis arbeite?!“, dachte ich damals. Deshalb wechselte ich die Praxis und auch gleich den Wohnort und zog nach Berlin.

Raus aus der langweiligen Kleinstadt in Niedersachsen. Rein in die große, bunte Hauptstadt.

Alles war neu und aufregend. Auch die Arbeit in einer schicken Privatklinik war total interessant. Ich habe neue Untersuchungen kennengelernt, der Praxisalltag war anders organisiert und ich hatte ein super Team um mich herum. Der Job machte endlich wieder Spaß!

Meine Karriere als MFA machte nach zwei Jahren einen großen Sprung als ich Praxismanagerin und Assistentin des Ärztlichen Direktors wurde. Doch 3 Jahre später fing das gleich Spiel von vorne an. Eine gewisse Routine stellte sich ein. Ich fühlte mich nicht mehr gefordert, lernte nichts Neues dazu und alles hat mich irgendwie genervt. Die Patienten, der Chef, sogar meine geliebten Kolleginnen, die mittlerweile (und immer noch) viel mehr meine Freundinnen als Kolleginnen waren.

Mein einstiger Traumjob der Medizinischen Fachangestellten wurde zum Alptraum. Das morgendliche Aufstehen zur Qual. Wann ist endlich Freitag? Es musste eine Veränderung her. Ich wollte weiter im Gesundheitswesen arbeiten, das stand fest. Die Branche macht mir Spaß und ich helfe gerne Menschen. Allerdings wollte ich mehr Verantwortung, vielleicht weniger Patientenkontakt, ein besseres Gehalt wäre auch nicht schlecht. Doch wie kann ich das als MFA erreichen?

Ich wollte mich weiterentwickeln, war wissbegierig und motiviert. Doch der Dämpfer kam prompt.

Auf den zehnten Verbandskurs oder „Wie nehme ich richtig Blut ab?“-Kurs hatte ich keine Lust. Praxismanagerin war ich bereits (wenn auch ohne Zertifikat). Das fiel für mich also auch raus. Ich wollte eine Weiterbildung, die mich im Anschluss auch wirklich weiter bringt. Mit einem Abschluss, der mir vielleicht einmal irgendwann auch Türen außerhalb der Arztpraxis öffnen könnte. Den Dschungel an Fortbildungen im Gesundheitswesen zu überblicken war, sagen wir mal, schwierig. Ich wusste nicht wirklich, auf welchen Webseiten ich mich informieren kann, wer die Anbieter sind und was ich mit welcher Fortbildung im Anschluss eigentlich mal erreichen kann. Bezeichnungen, wie Näpa und VERAH ploppten auf. Fachwirt im Gesundheitswesen. Bachelorstudiengänge. Doch vielleicht ein Medizinstudium?

Hilfe!! Welcher Kurs ist für mich denn jetzt der Richtige?

Fortbildung, Weiterbildung oder Studium? Berufsbegleitend oder Vollzeit? Fernunterricht oder Präsenzveranstaltungen? Was kann ich eigentlich genau mit diesem oder jenen Abschluss danach machen? Und wie soll ich das Ganze eigentlich mit meinem mickrigem MFA-Gehalt finanzieren? Fragen über Fragen. Im Internet gab es keine einzige Seite, die mir vernünftige Antworten geben konnte. Ich fühlte mich überfordert und irgendwie allein gelassen. Keiner konnte mir Rat geben und ich wurde immer frustrierter. Eine mühselige Recherche ging los.

5 Jahre, ein Studium und eine Weltreise später

Ich gebe zu, das war jetzt ein großer Sprung in der Geschichte. Um es dir noch (kurz) zu Ende zu erzählen:

Nach EINEM JAHR Selbstrecherche mit endlos langen Abenden am Laptop fing ich ein berufsbegleitendes Studium im Sozial- und Gesundheitsmanagement an. Ein Jahr vor meinem Abschluss wechselte ich zur Kassenärztlichen Vereinigung Berlin und habe dort knappe 2 Jahre gearbeitet. 2018 habe ich mir einen Traum erfüllt und war für ein Jahr auf Weltreise. Zurück in Deutschland war ich auf der Suche nach einem neuen Job. Im Gesundheitswesen selbstverständlich. Da der Arbeitsmarkt für Jobsuchende im Gesundheitswesen gerade ziemlich gut ist, dauerte es nicht lange und ich fing in einem Berliner Digital Health Startup als Operations Managerin an. Hier habe ich so viel im Personalmanagement gelernt. Mein Wissen über Personalrekruting, Einstellungsgespräche, Teamentwicklung und Führungsverhalten spezialisiert.

Berlin, Juli 2019: MFA mal anders wurde geboren.

Ich hatte also schon ein paar berufliche Stationen hinter mir. War insgesamt über 10 Jahre als MFA tätig, war Praxismanagerin mit Führungsverantwortung, Assistentin des Ärztlichen Direktors, Referentin in der Qualitätssicherung sowie im Personalbereich als Rekruiterin und HR Managerin. In allen Bereichen gab es immer ein gemeinsames Problem: unterschiedliche Sichtweisen von Arbeitgebern und Mitarbeitern, Konflikte im Team, Organisationsprobleme, Personalmangel.

Das ist der Grund, weshalb ich mich von meinem ursprünglich erlernten Beruf als Arzthelferin entfernt und mich mehr und mehr auf das Thema Personalführung und Human Ressources spezialisiert habe. Es ist mir eine Herzensangelegenheit Arbeitgeber und Mitarbeiter zusammenzubringen. Ich möchte dazu inspirieren, die Arbeitswelt von morgen schon heute positiv mitzugestalten.

Deshalb habe ich MFA mal anders ins Leben gerufen.

Um dir von meinen Erfahrungen zu erzählen und dir im Karrieredschungel eine Orientierung zu geben. Dir zu zeigen, welche beruflichen Möglichkeiten (und vielleicht auch kleine Selbstverwirklichungen, beruflich wie privat) dir offen stehen und wie du sie erreichen kannst.

Es geht mir in erster Linie darum den Beruf der MFA zu stärken. Um Weiterbildungsmöglichkeiten und Karrierechancen, wie auch immer die für dich aussehen können. 

Ich habe selbst über 10 Jahre in Praxen gearbeitet. Und obwohl ich meinen Job mit Herz und Seele gemacht habe, wurde ich mit der Zeit immer frustrierter, was bestimmte Punkte anging: ich stand auf der Stelle und habe nichts neues mehr gelernt. Aber ich wusste auch nicht so recht, was ich dagegen tun kann, wie ich es schaffe, dass ich wieder glücklicher im Job werde. Ob mir eine Weiterbildungen etwas bringt? Und wenn ja: welche? Mein Gehalt damals war echt nicht viel. Im Vergleich zu dem, was ich an Tätigkeiten übernommen habe, nicht leistungsgerecht. 

Die Gesellschaft und Politik spricht immer nur von katastrophalen Zuständen in der Pflege, zu wenig Pflegepersonal und unter welchem Zeitdruck Ärzte stehen. Der Beruf der MFA findet selten Beachtung.

Obwohl unser Job auch nicht immer Zuckerschlecken ist und Ärzte auch hier händeringend nach Personal suchen. Ich will kein Mitleid erzeugen, sondern den Beruf würdigen und mehr Aufmerksamkeit schenken.

Auf MFA mal anders spreche ich genau über diese Themen und will euch MFAs an meinen Erfahrungen teilhaben lassen. Informationen über die Wahl einer (richtigen) Fort- oder Weiterbildung geben, Wissen zum Personalrekruiting für die Arztpraxis und Zahnarztpraxis vermitteln, Konfliktlösungen zwischen Chef und MFA aufzeigen, wie man ein besseres Team wird, tolle Jobangebote, und und und. Es schwirren so viele Ideen in meinem Kopf, dass ich sie nicht alle auf einmal unterkriege 

Und das beste: die Infos stehen für euch auf EINEM Karriereportal zur Verfügung ohne das ihr endlos im Netz suchen müsst.

Ich wünsche dir viel Spaß beim Stöbern und freue mich über dein Feedback, Anregungen und wenn du deinen MFA-KollegInnen von MFA mal anders erzählst.

Nachtrag 03/2021

Nach 1,5 Jahren “am Markt” erreichen wir monatlich über 30.000 Medizinische Fachangestellte, die einen neuen Job suchen oder sich beruflich weiterentwickeln möchten. Mehr und mehr Zahnmedizinische Fachangestellte wurden auf uns aufmerksam und wünschen sich eine ebenso umfangreiche und komplette Übersicht über ihre Karrieremöglichkeiten. Warum eigentlich nur auf MFAs spezialisieren?

Auch, wenn der Zahnbereich ein ganz eigener ist, gibt es doch viele Verbindungen zwischen dem ZFA Beruf und dem Berufsbild der MFA. Spätestens seit Corona haben wir doch alle gemerkt, dass auch die ZFAs “systemrelevant” sind und auch diese Berufsgruppe oft hinten rüber fällt, wenn es um leistungsgerechte Bezahlung und wertschätzende Rahmenbedingungen geht.

Deswegen wollen wir uns von MFA mal anders auch für die ZFAs einsetzen und werden nach und nach unser Portfolio erweitern, um euch Zahni´s eine Karriereplattform anzubieten!