Du liebst die Medizin, aber der tägliche Praxisstress zehrt an dir? Dann könnte die Umschulung zur Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste in der Fachrichtung Medizinische Dokumentation (kurz: FAMI) genau das Richtige sein. Als FAMI arbeitest du weiterhin im medizinischen Umfeld – aber statt Sprechstunde und Patientenbetreuung stehen strukturiertes Datenmanagement, medizinische Kodierung und die Arbeit mit IT-Systemen im Mittelpunkt. Kein Patientenkontakt, planbare Arbeitszeiten und ein Berufsfeld mit echter Zukunft.
Aufgaben als FAMI in der Medizinischen Dokumentation
Die Aufgaben drehen sich rund um den professionellen Umgang mit medizinischen Daten. Dein medizinisches Vorwissen als MFA ist dabei ein echter Vorteil – klinische Begriffe und Diagnosen kennst du bereits. Typische Aufgaben sind:
- Erfassen und Erschließen von Befunden, Krankenakten und medizinischen Informationen
- Klassifizieren von Diagnosen, Therapien und Operationen mithilfe von Kodiersystemen (ICD-10, OPS)
- Dokumentieren von Daten aus klinischen Studien
- Pflege und Weiterentwicklung von Datenbankstrukturen
- Erstellung statistischer Auswertungen
- Anonymisierung von Daten und Anwendung des Datenschutzes nach aktueller Gesetzgebung
Arbeitsorte
Als FAMI bist du nicht mehr auf Arztpraxen beschränkt. Typische Arbeitgeber sind Krankenhäuser und Universitätskliniken, MVZ, Forschungs- und klinische Studienzentren, Krankenkassen sowie Unternehmen der Gesundheits-IT und Pharmaindustrie. Besonders in Studienzentren arbeitest du oft eng mit der Study Nurse zusammen – während diese den Patientenkontakt übernimmt, liegt dein Fokus auf der Dokumentation und Auswertung der Studiendaten.
Gehalt
Im öffentlichen Dienst startest du in der Regel in Entgeltgruppe 6 oder 7 des TVöD, was einem Einstiegsgehalt von ca. 3.000 € brutto im Monat entspricht. Mit Erfahrung und Spezialisierung sind mittlere Gehälter von 3.500 bis über 4.000 € brutto realistisch. In der Privatwirtschaft – etwa in Pharmaunternehmen oder der Gesundheits-IT – können die Konditionen davon abweichen.
Entwicklungsmöglichkeiten
Der Bedarf an qualifizierten FAMI wächst mit der Digitalisierung im Gesundheitswesen kontinuierlich. Als Weiterentwicklung kannst du dich zur Fachwirtin für Informationsdienste qualifizieren, Leitungsfunktionen in Dokumentationsabteilungen übernehmen oder ein Studium in Gesundheitsinformatik bzw. Informationsmanagement anschließen.
Wie wird man FAMI?
Die Umschulung dauert in der Regel 24 Monate und ist schulisch mit mehrmonatigen Praxisphasen in Krankenhäusern, Studienzentren oder Krankenkassen organisiert. Der Abschluss ist rechtlich vollständig gleichgestellt mit der regulären dreijährigen Ausbildung. Es gibt keine gesetzlich vorgeschriebenen Zugangsvoraussetzungen, ein mittlerer Schulabschluss sowie gute Deutsch- und EDV-Kenntnisse sind aber empfehlenswert. Die Kosten variieren je nach Bildungsträger – eine Finanzierung über den Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit ist häufig möglich und lohnt sich zu prüfen.
MFA mal anders – Meinung
Die FAMI-Umschulung ist eine echte Alternative für MFAs, die den Praxisalltag hinter sich lassen wollen, aber die Medizin nicht aufgeben möchten. Wer gerne strukturiert, konzentriert und lieber mit Daten als mit Patienten arbeitet, ist hier richtig. Falls du dir dabei noch etwas mehr Patientennähe wünschst, schau dir ergänzend auch das Berufsbild der Study Nurse an – beide Berufe ergänzen sich in klinischen Studienzentren perfekt.