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Zahnmedizinische Prophylaxeassistenz (ZMP)

Mit der Aufstiegsfortbildung zur Zahnmedizinischen Prophylaxeassistenz (ZMP)  wirst du zur Expertin für die Zahnvorsorge. Du führst die professionelle Zahnreinigung eigenständig durch, benutzt moderne zahnmedizinische Instrumente und weißt, wie du sie richtig anwendest und wie du bei unterschiedlichem Zahnstatus vorgehen musst. Durch dein Fachwissen kannst du Patienten fachgerecht beraten und über richtige Zahnputztechniken aufklären und anleiten. Lohnenswert ist die Fortbildung vor allem, wenn du einen eigenen Verantwortungsbereich übernehmen möchtest und ein höheres Gehalt anstrebst. 

Da die professionelle Zahnreinigung eine delegierbare Tätigkeit an ZMPs ist, hat der Zahnarzt oder die Zahnärztin mehr Zeit für andere Behandlungen an den Patienten. Zudem lohnt sich die Prophylaxe auch für die Abrechnung der Praxis. Ausgebildete ZMPS sind daher gern gesehene Fachkräfte in jeder Zahnarztpraxis.

Auf einen Blick

Voraussetzungen
  • Abgeschlossene Berufsausbildung als Zahnmedizinische/r Fachangestellte/r, Zahnarzthelfer/in oder eines gleichwertigen Abschlusses
  • Mindestens 1-jährige Berufstätigkeit
  • Kursteilnahme (nicht älter als zwei Jahre) „Maßnahmen im Notfall (Herz-Lungen Wiederbelebung)“ mit mindestens sechzehn Unterrichtsstunden
  • Aktuelle Kenntnisse im Röntgen und Strahlenschutz gem. § 18 a RöV und
  • Erfolgreich absolvierte Aufnahmeprüfung (abhängig von der jeweiligen Landeszahnärztekammer)
Dauer Mindestens 400 Fortbildungsstunden
Kosten

ab ca. 980€ inkl. Prüfungsgebühr im Intensivkurs, bis ca. 4.250€

Arbeitsorte

Zahnarztpraxis, Zahnkliniken

Berufliche Chancen

Gehaltsstufe IV des Vergütungstarifvertrags für ZFA

Aufgaben als ZMP

Als ZMP arbeitest du sehr eigenständig. Du organisierst selbstständig deinen Prophylaxebereich und sorgst für flüssige Arbeitsabläufe innerhalb deiner Tätigkeit und im Zusammenspiel mit deinem Team. Je nachdem wie die Praxis organisiert ist, sind die Zahnmedizinischen Prophylaxeassistenten auch selbst für das Prophylaxe Recall System verantwortlich, um die Patienten für den nächsten Termin einzubestellen. 

Zu den praktischen Aufgaben am Patienten gehören die Kontrolle des Zahnfleisches und Erhebung des Zahnstatus, die medizinische Reinigung der Zähne, Entfernung von harten und weichen Belägen, Füllungen und raue Zahnoberflächen glatt polieren, Fissurenversiegelung und fluoridieren der Zähne. Du kannst außerdem eigenständig Prophylaxemaßnahmen für die Vorbehandlung von Parodontosetherapien  vornehmen. Auch Schönheitsmaßnahmen, wie das Bleaching liegt in der professionellen Hand der ZMP.

ZMPs sind speziell geschult, um die Prophylaxe bei Kindern und bei Menschen mit Behinderungen durchzuführen. 

Neben dem Prophylaxe Handwerk hat die ZMP eine wichtige Beratungsfunktion für den Patienten, um auf Augenhöhe die richtigen Maßnahmen zur Mundhygiene zu vermitteln und Patienten dafür zu motivieren. Im engen Austausch mit dem Zahnarzt oder der Zahnärztin werden die individuellen Patientenfälle besprochen und die weitere Behandlung abgestimmt.

Natürlich dürfen eine gewissenhafte Dokumentation des Zahnstatus, der Behandlung und der entsprechenden Abrechnung nicht fehlen.

Berufliche Chancen

Die Aufstiegsfortbildung zur ZMP ist für alle Interessant, die sich mehr Eigenständigkeit im Beruf wünschen. Du kannst als ZMP selbstständig arbeiten, einen eigenen Bereich in der Zahnarztpraxis aufbauen und mehr Verantwortung zu übernehmen. 

Einige Praxen haben für die Prophylaxe sogar eine eigene Abteilung und ein Prophylaxe Team, wo du zusätzlich Personal- und Managementverantwortung übernehmen kannst.

Durch deine erweiterten und umfangreichen Kompetenzen als ZMP, hast du eine Gute Basis bei der Gehaltsverhandlung. Laut Gehaltstarifvertrag für ZFA rutscht du durch die Fortbildung zur ZMP in Tätigkeitsgruppe IV.

Viele Zahnarztpraxen bieten die Möglichkeit das Gehalt durch eine erfolgsorientierte  Umsatzbeteiligung über die durchgeführten Prophylaxemaßnahmen zusätzlich zu erhöhen. 

Zudem nehmen Prophylaxemaßnahmen in der Praxis einen großen Stellenwert ein, sodass entsprechende Spezialisten gebraucht werden und du mit dieser Fortbildung garantiert keine Schwierigkeiten haben wirst, eine attraktive Stelle zu finden.

Fortbildungsablauf

Die Fortbildung wird, je nach Anbieter, berufsbegleitend oder auch in Vollzeit angeboten. Manche Fortbildungsanbieter haben den Kurs als Intensivkurs oder in Modulen gestaltet, die einzeln gebucht werden können.

Die Fortbildung gliedert sich dabei in einen theoretischen Teil mit Präsenzzeiten beim jeweiligen Fortbildungsanbieter. Mittlerweile bieten einige Fortbildungsveranstalter auch Onlinekurse für den Theorieteil an.

In der jeweiligen Zahnarztpraxis in der du angestellt bist, kannst du das theoretische Wissen direkt anwenden und vertiefen. Die erbrachten Leistungen aus der Praxis werden in einem Berichtsheft dokumentiert. Zudem finden praktische Blockeinheiten beim Fortbildungsanbieter statt, wobei du Patienten aus der Praxis oder aus deinem Privatbereich als Übungsperson mitbringst.

Fortbildungsinhalte

Um dem Fortbildungscurriculum der Bundeszahnärztekammer zu entsprechen, sollte der Fortbildungskurs für den du dich entscheidest, folgende Themenschwerpunkte beinhalten:

Fortbildungsinhalte
Allgemeinmedizinische Grundlagen
  • Grundlagen insbesondere der Anatomie, Physiologie, Pathologie und Mikrobiologie in ihren Bedeutungen für orale Erkrankungen aufzeigen, abgrenzen und auf die beruflichen Anwendungsfelder übertragen
  • Physiologische und pathologische Veränderungen in der Mundhöhle unterscheiden und deren Auswirkungen identifizieren
Zahnmedizinische Grundlagen
  • Ursachen, Erscheinungsbild und Verlaufsformen von Erkrankungen in der Mundhöhle klassifizieren und anwendungsbezogen beurteilen
  • Risikofaktoren für parodontale Erkrankungen unterscheiden und bewerten
  • Zahnhartsubstanzdestruktionen in ihren Erscheinungsformen und Wirkungen differenzieren
Ernährungslehre
  • Stoffwechsel der Hauptnährstoffe charakterisieren und Folgen einer überhöhten resp. reduzierten Zufuhr für den Energiehaushalt und Ernährungsstatus ableiten
  • Beziehungen zwischen Ernährung und Ernährungsverhalten für die Zahn- und Mundgesundheit zielgruppenorientiert aufzeigen, Wirkungen von Mangelernährung, insbesondere im Alter, erläutern
  • Ernährungsanamnese und –beratung zur Prävention von oralen Erkrankungen durchführen
Prophylaxe oraler Erkrankungen
  • Ursachen oraler Erkrankungen aufzeigen und die Folgen erläutern
  • Bedeutung der Mundhygiene patientenbezogen erläutern
  • Maßnahmen der Mundhygiene anwendungsbezogen kennzeichnen, Möglichkeiten der häuslichen und professionellen Prophylaxe mit ihren Methoden aufzeigen, Patienten zu Veränderungsprozessen motivieren und überwachen
  • Fluoridpräparate in ihren Anwendungsmöglichkeiten und Wirkungen beschreiben und erläutern, Möglichkeiten der häuslichen Anwendung aufzeigen und patientenorientiert darstellen
  • Praxisrelevante, prophylaxespezifische Indices abgrenzen und erheben
  • Fissurenversiegelung durchführen
  • Maßnahmen und Techniken der relativen und absoluten Trockenlegung differenzieren und fallbezogen umsetzen
  • Verfahren und Techniken der Zahnreinigung anwendungsbezogen umsetzen, allgemeinmedizinische Risikofaktoren patientenorientiert beachten
  • Weiche und harte sowie klinisch sichtbare subgingivale Beläge entfernen
  • Hand- und maschinenbetriebene Instrumente (einschließlich Schall- und Ultraschallinstrumente) in ihren Anwendungen differenzieren
  • Handinstrumente aufschleifen
  • Oberflächen-, Interdental- und Füllungspolituren einschließlich des Entfernens von Überhängen durchführen m) Situationsabformungen anfertigen, Provisorien herstellen
  • Medikamententräger herstellen und indikationsbezogen anwenden
  • Recall-Intervalle befundbezogen, individuell festlegen und organisatorisch steuern
Zahnmedizinische Betreuung von Menschen mit Unterstützungsbedarf
  • Demografische Herausforderungen aufgreifen und deren Bedeutung für die zahnmedizinische Betreuung älterer Menschen und von Menschen mit Behinderungen bewerten
  • Prophylaxestrategien unter Berücksichtigung altersabhängiger Veränderungen im Mund individuell planen und umsetzen
  • Zahnärztliches und pflegerisches Personal in das individuelle Prophylaxeschema einbeziehen und dessen Umsetzung organisieren und überwachen
  • Prophylaxemaßnahmen für Menschen mit Behinderung individuell gestalten, umsetzen und kontinuierlich überwachen
Klinische Dokumentation
  • Befunderhebung in der Mundhöhle dokumentieren und interpretieren
  • PAR-Befunde mitwirkend erheben und auswerten; PAR-Status nach Vorgaben erstellen
  • Fallpräsentationen durchführen
Psychologie und Kommunikation
  • Lernpsychologische und -theoretische Grundlagen für die Gestaltung der Kommunikationsprozesse anwenden
  • Patienten über Notwendigkeit, Ziele und Wirkungen prophylaktischer Maßnahmen aufklären und motivieren
  • Kommunikation mit Patienten und weiteren Prozessbeteiligten schnittstellengerecht führen, den sachlichen Umgang mit speziellen Patientengruppen gewährleisten
  • Strukturen der Patientenbindung unter fachlichen und sozialen Gegebenheiten optimieren
  • Praxisinterne Kommunikationsabläufe zielführend gestalten, Konfliktsituationen bewältigen und Kooperationsbereitschaft fördern
  • Führungsmethoden, -techniken und -instrumente intern (Team) und extern (Patienten) adressatengerecht anwenden
Be- und Abrechnung von prophylaktischen Leistungen
  • Be- und Abrechnung prophylaktischer und parodontologischer Leistungen der Praxis strukturieren
  • Prophylaktische und parodontologische Leistungen be- und abrechenbar dokumentieren
Arbeitssicherheit und Ergonomie
  • Gesundheitsrelevante Belastungen der Arbeitsprozesse am Arbeitsplatz erkennen, gesundheitsstärkende Maßnahmen durchführen
  • Strategien und Maßnahmen zur Verhaltensprävention umsetzen und im Verhältnis zum Arbeitsschutz auf die beruflichen Handlungsfelder übertragen
Rechtsgrundlagen
  • Praxisrelevante Gesetze und Verordnungen insbesondere für das eigene Berufsfeld anwenden
  • Grundsätze der Delegation zahnärztlicher Leistungen im Kontext gesetzlicher Bestimmungen beachten und umsetzen
  • Vorschriften des Medizinproduktegesetzes sowie weitere hygienerechtliche Vorschriften/Empfehlungen sachkundig umsetzen

Prüfung und Abschluss

Die Prüfung gliedert sich in einem schriftlichen und einen praktischen Teil. Bei der praktischen Prüfung führst du eine komplette Prophylaxebehandlung an einem Patienten durch. Danach erfolgt noch ein Fachgespräch. Insgesamt beträgt die praktische Prüfungsdauer inklusive Fachgespräch ca. 60-80 Minuten. Nach erfolgreichem Abschluss erhältst du ein Zertifikat und kannst dich offiziell Zahnmedizinische Prophylaxeassistenz nennen.

Wenn du dich für eine modulare Fortbildung entscheidest, besteht die Möglichkeit nach jedem Modul eine Teilprüfung abzulegen und die Teilqualifikationen bescheinigen zu lassen.

Fortbildungsanbieter

praxisDienste Präsenzveranstaltungen in Hamburg, Brake, Berlin, Hannover, Leipzig, Witten, Köln, Kronberg, Heidelberg, München

praxisDienste Online + Präsens-Kombikurs (Köln, Heidelberg)

Zahnmedizinisches FortbildungsZentrum Stuttgart

FA-Dent (Niederviehbach)

Philip-Pfaff-Institut (Berlin + Brandenburg)

Fortbildungsinstitut Zahnärztekammer Bremen

Zahnärztekammer Hamburg

Zahnärztekammer Mecklenburg-Vorpommern

Zahnärztekammer Niedersachsen

Fortbildungsakademie Zahnmedizin Hessen (Frankfurt und Kassel)

Forumdente (Bad Kissingen)

Zahnärztlicher Bezirksverband Oberbayern

eazf (München und Nürnberg)

Weiterführende Links

Sämtliche Informationen über die Aufstiegsfortbildung zur Zahnmedizinische Verwaltungsassistenz (ZMV) habe ich aus den folgenden Quellen entnommen:

Musterfortbildungsordnung ZMP