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10+ Geschenkideen für MFA | ZFA | ArzthelferIn

Ende Oktober und die Geschäfte sind bereits voll mit Lebkuchen, Christstollen und Schokoweihnachtsmännern. Ich gehöre zu der Fraktion, die sich lieber früher als später Gedanken um Geschenke für ihre Lieben zum Weihnachtsfest macht. Ich hasse es im Dezember durch überfüllte Shoppingcentren zu streunen, auch wenn die in diesem Jahr Corona bedingt vielleicht etwas weniger voll sein werden. Und zu den Lieben, die mich das ganze Jahr über begleitet haben, gehören natürlich auch die Arbeitskollegen.

Wir haben euch in unserer Instagram-Story gefragt: Über welche Geschenke würdet ihr euch freuen?

Auch in vielen MFA-Foren wird regelmäßig die Frage nach schönen Geschenkideen für MFA gefragt.

Und hier kommen eure meist genannten Antworten mit tollen Ideen für Geschenke für MFA / ArzthelferInnen. Die Geschenke eignen sich nicht nur zu Weihnachten, sondern auch zum Geburtstag oder zum Jubiläum.

Ich habe die Liste um ein paar Dinge erweitert, die ich selbst schon verschenkt habe bzw. geschenkt bekommen habe und worüber ich mich sehr gefreut habe.

Wenn ihr weitere Anregungen habt, lasst mir gerne einen Kommentar da mit den schönsten Geschenken, die ihr mal von der Praxis bekommen habt oder welche Geschenkideen ihr für eure Kollegen habt.

Also, viel Spaß beim Stöbern!

Adventskalender für die Praxis

Ein Adventskalender mit liebevollen Kleinigkeiten und Süßigkeiten zum Selbstbestücken für die Praxis ist ganz zauberhaft und die MFA Kollegen können sich jeden Tag über ein kleines Geschenk freuen. Dazu sieht der Adventskalender noch dekorativ aus und kann jedes Jahr wieder verwendet werden. Die Einführung von kleinen Traditionen trägt zudem zu einer positiven Unternehmenskultur bei und Kollegen fühlen sich wertgeschätzt. Ganz nach dem Motto „Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft“.

Neben Süßigkeiten kann man alle paar Tage auch eine andere kleine Besonderheit in den Kalender packen: Handcreme, Badesalz, eine Duftkerze, Gesichtsmaske, Gelassenheitstee…

Adventskalender zum Befüllen: Schöner Adventskalender zum Selbstbefüllen mit Tüten und Zahlen Aufkleber – DIY Adventkalender Erwachsene, Adventkalender Kinder – Adventskalender Selber Befüllen* Duftkerze Geschenke für Frauen, 115g 7 Stück 100% Natürliches Sojawachs Duftkerzen, 175 Stunden Brennen Duftkerzen Set für Weihnachten Geburtstag Valentinstag Muttertag* tetesept Bäder Geschenkset Bademomente – Badezusatz Probierset mit Geschenkanhänger – das ideale Präsent für jeden Anlass – 1 x Wohlfühlbäder Badeset (6 x 20 ml)*

Mundschutz in Weihnachtsoptik

Einen Mund-Nasen-Schutz kann aktuell jeder gebrauchen und zaubert bestimmt den Gesprächspartnern oder Patienten ein Lächeln ins Gesicht.

Rousig Kinder Mundschutz Bunte Weihnachten 3-lagige Einwegmasken für Kinder CE Zertifiziert Nasenschutz Mund Nasen Masken mit Motiv Gesichtsmaske Atemschutzmasken Mädchen Junge Kindermasken*

Schlüsselanhänger speziell für Medizinische Fachangestellte

Dieser kleine Schlüsselanhänger lässt das Medizin-Herz einer MFA garantiert ein bisschen höher schlagen. Ich finde ihn auf jeden Fall sehr süß.

Krankenschwester Schlüsselanhänger mit Spritze, Mütze, Herz und Stethoskop | Arzt | Geschenk | Nurse | Medizin

Bunte Socken

Diese bunten Socken kommen bei unserer MFA-Community besonders gut an. Es gibt sie in allen möglichen Farben mit lustigen Motiven.

Belloxis Socken Damen 39-42 Lustige Bunte Kuschelsocken Personalisierte Geschenke (Bunte-A30, 12)*

Personalisierter Stauschlauch

Stauchschläuche verschwinden ja irgendwie immer auf mysteriöse Weise. So wird der Stauchschlauch für die Kolleg:innen bestimmt nicht mehr abhanden kommen

Hospitrix Stauschlauch/Venenstauer für Krankenschwester | Ärzte personalisiert mit Namen Bedrucken (Lama)*

Just Spices Gewürze

Eine MFA verschenkt dieses Jahr eine Gewürz-Box von Just Spices. Die Gewürzmischungen gibt es in allen erdenklichen Geschmacksrichtungen als Rühreigewürz, Italien Allrounder für die mediterrane Küche, Avocado Topping oder was ich selbst empfehlen kann: das Oatmeal Spice, um das Frühstücksmüsli geschmacklich noch etwas aufzupimpen.

Just Spices Pasta Allrounder 4er-Box I Würzmischung für Pasta & Nudelsoßen I Nudel-Gewürz in praktischer 4er-Box*

Terminplaner für das neue Jahr

Einen neuen Kalender für das nächste Jahr kann man immer gebrauchen. Diesen Kalender hier finde ich besonders schön, weil er neben einer Wochen- und Monatsübersicht auch Strukturen im Alltag mit Themen wie Achtsamkeit, Selbstreflexion und persönlicher Weiterentwicklung vereint! Gerade jetzt in der hektischen Corona-Zeit ein wichtiger Punkt, sich auch mal etwas auf sich selbst zu fokussieren.

Kalender 2022 A5 ”GOLDREGEN” Lebenskompass® – Schöner Terminplaner & Wochenplaner | Hardcover Taschenkalender 2022 | Kalender A5 + Viele Extras*

Praktischer Organizer für die Kitteltasche

Wer kennt´s nicht? Leukosilk, Kugelschreiber, Handschuhe, Post-its. In so eine Kitteltasche passt viel rein, aber wenn man es braucht, fängt das kramen an. Deshalb ist dieser Organizer bestimmt eine praktische Alltagshilfe in der Sprechstunde.

Mobiclinic MINIKEEN‘S, Krankenpflege Organizer*

Eine besondere Tasse

Daraus lässt sich der Kaffee in der Pause gleich viel besser genießen. Eine personalisierte Tasse ist auch immer ein ganz besonderes Geschenk. Stöbere einfach herum und lass dich inspirieren.

Du kannst die Tasse noch mit netten Kleinigkeiten, wie Badesalz, Gesichtsmaske, Weihnachtstee, selbstgebackenen Plätzchen, Schokolade, Handcreme, einer Karte mit persönlichen Worten usw. befüllen.

Duo Jumbotasse Becher XXL Spring 2 folkloristische Deko 900 ml Porzellan Trinkbecher Smoothie Becher Geschenk Büro Tasse für Kaffee Teetasse Cappuccino Kaffeebecher Jumbo-Tasse Riesentasse XXXL*

Personalisierter Kugelschreiber

Kugelschreiber werden im Praxisalltag immer benötigt. Dieser sieht besonders edel aus und sowohl MFA als auch Arzt werden ihn in Ehren halten. Pluspunkt: Wenn Kollegen mal wieder aus versehen den eigenen Kugelschreiber in ihren Besitz nehmen, lassen sie sich schnell wieder zuordnen.

Pelikan Kugelschreiber JAZZ CLASSIC Weiß mit persönlicher Laser-Gravur Metall glänzend weiß lackiert*

Sauberkugel

Selber vorher noch nie von gehört, ist die Sauberkugel aber ein praktischer Alltagsbegleiter für die Handtasche. Tasche auf, Sauberkugel rein. Durch das tägliche Suchen in der Tasche nimmt die klebrige Innenkugel Schmutzpartikel auf. Wenn die Kugel voll ist, einfach abwaschen und sie ist wieder einsatzbereit. Die Handtasche ist von innen sauber und von kleinen Krümeln befreit. Praktisch!

SAUBERKUGEL® für die Tasche | Schwarz | Wiederverwendbarer Taschenreiniger für Handtasche, Schulranzen & Rucksäcke | Nimmt Schmutz, Krümel & Flusen auf | Silikon- und PVC frei (3,5 cm)*

Selbstgebackene Plätzchen

Alles was von Herzen kommt und selbstgemacht ist, kommt immer gut an und die Lieblingskolleg:innen werden sich über diese kleine Geste bestimmt besonders freuen.

Also, viel Spaß beim Verschenken und Freude bringen!

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Corona Bonus für MFA & ZFA

Das Thema Corona Bonus für Medizinische Fachangestellte und Zahnmedizinische Fachangestellte ist schon lange im Gespräch und wird anscheinend doch nicht richtig gehört von der Politik.

Aktuell wird vom Bund ein Coronabonus für Pflegekräfte und Krankenhauspersonal (vor allem Intensivplfegekräfte) bereitgestellt bzw. finanziert. Dem Verband medizinischer Fachberufe (VMF) ist dies recht ein Dorn im Auge. Werden die Praxisteams erneut nicht berücksichtigt. Dies hat viel mit Anerkennung und Wertschätzung des Berufs der Medizinischen Fachangestellten zu tun. Daher kämpft der VMF weiterhin dafür die MFA und ZFA in diesem Corona Bonus zu berücksichtigen.

ABER, es gibt da noch den steuerfreien Corona-Bonus! Hier hat die Bundesregierung den Arbeitgebern die Möglichkeit gegeben eine steuer- und beitragsfreie Prämie von insgesamt 1500 € pro Mitarbeiter auszahlen zu können. Diese Prämie gilt für ALLE Berufsgruppen. Diese Corona Prämie müssen Praxisinhaber zwar auch eigener Tasche zahlen, bietet aber den Vorteil keine Steuern oben drauf zahlen zu müssen. Außerdem ist dies eine schöne Geste und Zeichen der Wertschätzung für den Mehraufwand sowie körperliche und mentale Belastung, die viele MFA und ZFA aktuell am Arbeitsplatz erfahren durch Corona.

Die Prämie wurde bis zum 31.03.2022 verlängert. D.h., wenn Praxismitarbeitende bisher noch keine Corona-Prämie bekommen haben, können Arbeitgeber diese freiwillige Bonuszahlung von bis zu 1500 € noch bis Ende März 2022 auszahlen. Falls bereits ein Corona Bonus ausgezahlt wurde, z.B. 1000€, könnten die Praxischefs jedem/r Mitarbeiter:in noch 500 € zusätzlich auszahlen.

Ein paar Fakten zum Corona Bonus

  1. Personenkreis

Keine Beschränkung auf systemrelevante Berufe oder Branchen und unabhängig von Umfang der Beschäftigung (Vollzeit/Teizeit, befristet/unbefristet, Minijobber)

2. Freibetrag bis 1500 €

Der Freibetrag liegt bei 1.500€, d.h. bis zu dieser Summe ist der Betrag für den Arbeitgeber steuer- und sozialversicherungsfrei.

3. Zeitraum

Ursprünglich bis zum 31.12.2020 wurde der Zeitraum nun aber bis 31. März 2022 verlängert.

Quelle und weitere Infos: https://www.informationsportal.de/corona-praemie-von-1-500-euro-verlaengerung-bis-maerz-2022/

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Story-Umfrage: 5 triftige Gründe, um einen Job zu kündigen

Jeder hat mal diese Montagmorgen-Momente, wenn sich die Schlange vor der Praxis mal wieder bis zur Straße zieht und du denkst: Alpaka-Hirte in Peru wäre doch die bessere Berufswahl gewesen….

So kann es immer mal Phasen geben, in denen du keine Lust mehr auf deinen Job als MFA hast. Das ist ganz normal und geht jedem in anderen Berufen genauso. Das ist jedoch noch kein Grund alles hinzuschmeißen und deinen Job zu kündigen oder den MFA-Beruf an den Nagel zu hängen.

Wir wollten in einer Instagram Story-Umfrage von euch wissen:

Was sind oder wären eure Gründe für eine Kündigung?

Hier kommen eure Top-Antworten zusammengefasst:

1. Niedriges Gehalt

Der MFA-Beruf gehört bekannterweise nicht zu den Top-Verdienern. Viele Praxen zahlen aber gerade so nach Tarif. Und ganz viele sogar noch darunter. Das ist wirklich traurig. Gerade in der jetzigen Zeit hat sich das Blatt gewandelt und MFAs sind in sehr guter Verhandlungsposition, da in jeder zweiten Praxis nach Personal gesucht wird. Hier ist es nicht verkehrt, sich nach anderen Möglichkeiten mit besserem Gehalt umzuschauen, wenn die aktuelle Praxis nicht bereit zu einer Gehaltserhöhung ist.

Übrigens: Auf unserer Gehaltsseite findest Du mehr Infos zum Thema.

2. Keine Wertschätzung

Das Thema Wertschätzung spielt in vielen Praxen eine zentrale Rolle. Und spiegelt sich oftmals auch beim Gehalt wieder. Überstunden und Mehraufwand werden einfach angeordnet bzw. eingefordert ohne ein anschließendes „Danke“. Von Lob brauchen wir gar nicht erst anfangen. So kann man sich wertvolle Mitarbeiter:innen vergraulen, liebe Chefs.

3. Keine Möglichkeiten zur Weiterentwicklung

MFA sind eine äußerst wissbegierige Berufsgruppe. Gibt es hier im Bereich der Medizin natürlich ständig Innovationen, neue Abrechnungsregeln, Ziffern und sonstige Neuerungen durch Richtlinien etc. Das macht den Beruf der MFA auch so spannend und abwechslungsreich. Landest du jedoch in einer Praxis, die Veränderungen und Verbesserungen nicht offen gegenübersteht, ist das frustrierend und bremst dich in deiner Weiterentwicklung. Oft ist hier ein Jobwechsel die einzige Möglichkeit sich beruflich, wie persönlich weiterzuentwickeln, neuen Input zu erhalten und voran zu kommen. In unserer großen Übersicht zu Fort- und Weiterbildungen für MFA | ZFA findest Du vielleicht Inspiration.

4. Schlechte Führung

Eine schlechte Führungskraft kann sowohl der Arzt oder die Ärztin als auch ein/e Praxismanager:in sein. Leider widmen sich Praxisinhaber wenig bis gar nicht dem Thema sich als Führungskraft ausbilden zu lassen. Auch in den Fortbildungen zur Praxismanager:in wird Teamführung oft nur kurz angerissen und nicht tiefer behandelt.

Es gibt den Spruch: Mitarbeiter verlassen nicht ihre Firma, sondern ihren Chef. Ich denke, hier ist etwas wahres dran, wie viele eurer Antworten belegt haben.

5. Schlechter Einfluss auf deine mentale und körperliche Gesundheit

Manchmal kann der Job als MFA ganz schön auslaugend sein. Wir sind ja einiges gewohnt und multitasking ist kein Fremdwort für eine MFA. Aber irgendwann ist auch der Stärksten von uns alles zuviel. Vor allem in der Pandemiezeit war und ist es immer noch sehr kräftezehrend in den Praxen. Nicht nur körperlich, sondern zunehmend auch mental.

Andere Auslöser für eine psychische oder mentale Belastung am Arbeitsplatz können Mobbing, Überforderung, aber auch langfristige Unterforderung oder Demotivation sowie Konflikte im Team sein.

Deine Gesundheit und Zufriedenheit stehen immer an oberster Stelle.

Wenn du durch einen Job krank wirst, zieh die Reißleine. Wenn Gespräche keine Besserungen versprechen, ist dies ein mehr als triftiger Grund zu kündigen. Viele scheuen sich vor einer Kündigung. Wahrscheinlich wurdet ihr auch so erzogen, dass eine Kündigung mit etwas schlechtem verbunden wird.

Ist es aber nicht sogar schlimmer, in einem Job zu bleiben und sich mit Menschen zu umgeben, die einem nicht gut tun?

Quick-Tipp

Wenn du unzufrieden bei deinem jetzigen Arbeitgeber bist, suche das Gespräch und sprich die Gründe offen an. Manches lässt sich oft einfach lösen und dem Gegenüber war der Unmut nicht bewusst.

Triffst du allerdings auf Unverständnis und siehst keine Besserung, schaue dich aktiv nach einem neuen Job um. Du bist jetzt in einer sehr guten Verhandlungsposition durch den wachsenden Fachkräftemangel. Auf unserer Jobbörse findest du viele interessante und attraktive Stellenangebote für MFA.

Vielen Dank an alle, die an der Umfrage mitgemacht haben!

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Praxissituation im Herbst 2021

Am 7. November 2021 haben wir einen kleinen Aufruf gestartet und Euch gefragt, wie Eure Arbeitsbelastung, Arbeitsatmosphäre und die Situation in Eurer Praxis ganz generell in der aktuellen Zeit aussehen. Darauf haben wir viele Reaktionen bekommen und veröffentlichen in diesem Beitrag einige davon.

Ganz grundsätzlich haben auf die Frage „Ist die Situation in Eurer Praxis auch so stressig?“ etwa 90% mit ja geantwortet. Sicherlich hängt das Stresslevel auch ein Stück weit von der Fachrichtung Eurer Praxis ab, aber das allgemeine Bild ist klar.

Hier nun Eure Kommentare und Nachrichten zur aktuellen Praxissituation:

Hallo liebes MFA mal anders Team,

Euer Repost von Triggermaus beschreibt die Situation in den ambulanten Arztpraxen perfekt. Hinzu kommen überlastete Telefone aufgrund von Erkältungspatienten, Patienten die es nicht abwarten können (ab besten jetzt sofort) ihre Boosterimpfung zu erhalten, weil die Medien alle verrückt machen.

Nebenbei müssen noch die anderen Krankheiten alle versorgt werden und die Patienten, so traurig es ist, werden immer undankbarer, unfreundlicher und man muss sich teilweise wirklich viel gefallen lassen. Und natürlich muss man stets freundlich bleiben.

Es ist einfach nur noch eine unschöne und unbefriedigende Situation, man geht nach Hause und weiß dass es nächsten Tag wieder nur Heist: Corona, Erkältungen, Grippeimpfungen, Coronaimpfungen, nörgelnde Patienten. Wo soll das noch hinführen?

Wir haben echt Personalmangel zur Zeit ich arbeite in einer Orthopädie und Unfallchirurgie, wir haben insgesamt 5 Fachärzte und 4 Assistenzärzte und ungefähr 15 MFA‘s und wenn dann mal 2-3 Leute krank sind haben wir oft ein Riesen Problem weil wir ja alle in verschiedene Abteilungen arbeiten

Ich bin derzeit im letzten Ausbildungsjahr zur MFA und bin tatsächlich einfach nur noch am Ende.

Ich arbeite in einer Praxis wo Allgemeinmedizin und Diabetologie vertreten werden. Sprich Haus- und Fachärztliche Richtung. Leider sind wir sehr unterbesetzt, die Praxis ist schlichtweg zu klein und die Patienten werden immer mehr, meine beiden Chefs machen aber leider keinen Aufnahmestopp und wir müssen es irgendwie geregelt bekommen, alle Patienten unterzubekommen.

Dementsprechend haben wir Wartezeiten und unsere Patienten werden daraufhin oftmals sehr unhöflich.

Wir machen dadurch Überstunden ohne Ende, sind mit unseren Kräften am Ende und Corona hat diese Situation kein Stückchen besser gemacht, ganz im Gegenteil. Die Patienten wurden aggressiver, unhöflicher, verlangen alles von einem ab. Meine Kollegen und ich sind buchstäblich nur noch erledigt. Die Chefs machen überhaupt nichts und sagen einfach, das wir doch einfach besser und mehr arbeiten sollen, dann würden sich die Patienten auch nicht ständig beschweren. Wir machen bis zu 5 Dinge gleichzeitig! Das Telefon klingelt ununterbrochen, die Patienten müssen vorbeireitet werden, die Chefs müssen versorgt werden, die Anmeldung, das Labor, Rezepte allgemein Papierkram, es kommt alles viel zu kurz. Wir schaffen es nicht einmal auf die Toilette zu gehen, geschweige Pause zu machen oder einen kleinen Schluck zu trinken.

Die Chefs bestehen auf ihre Pause, aber wir dürfen überhaupt nichts, außer uns anpampen zu lassen und den ganzen Frust der Patienten abzubekommen.

Das unsere tolle Politik nun auch die impfzentren geschlossen haben und meinen die Praxen fangen das alles auf und wir haben ja ach so viel tollen Impfstoff, rennen uns die Patienten noch mehr die Praxis ein und sind aggressiv wie sonst was. Wir sind bis Januar komplett ausgebucht mit Impfungen, weil wir keinen Impfstoff haben oder einfach nicht die nötige Zeit. Das wollen die alle aber einfach nicht verstehen.

Es ist wirklich einfach nur noch traurig und wir sind alle um es milde auszudrücken einfach nur noch im Arsch.

Das war so ein kleiner Einblick was bei mir in der Praxis abläuft.

Unsere Situation in einer Kinder-und Jugendarztpraxis: absolute Katastrophe. Wir werden völlig überrannt, können Termine unmöglich halten. Kranke Kinder ohne Ende, Überstunden die nicht mehr zählbar sind, abends weiß man nicht mehr wie man heim kommen soll. Dafür werden wir beschimpft und angeschrien, jeder ist sich selbst der nächste bzw. das eigene Kind das kränkste von allen. Zusätzlich noch 1000 Grippeimpfungen und weil wir noch nicht genug arbeiten auch noch Covidimpfungen.

Unser Team ist nicht nur am Limit, sondern lange schon drüber. Dadurch verlieren wir Personal und finden keinen adäquaten Ersatz.

Wir sind wie ein Güterzug, der ungebremst auf eine hohe Brücke zu fährt und wenn wir nicht die Bremse finden, verlieren wir bei der Überfahrt die meisten unserer Waggons. Wie und warum dann die Lok alleine weiter fahren soll ist mir ein Rätsel..

Ich arbeite in einer Kinderarzt Praxis und wir Mädels laufen alle zurzeit auf Zahnfleisch. Es ist viel zu tun und sehr stressig. Es gibt Eltern die auch kein Verständnis mehr zeigen und uns behandeln wie Fußabtreter. Wir haben kaum Mittagspause und wenn’s hochkommt sitzen wir nur 20 Minuten im Pausenraum und müssen uns das Essen schon reinstopfen.. pünktlich nachhause kommen gibt es bei uns zurzeit auch nicht mehr.. wir sehen unsere Familien kaum noch und haben kaum noch Zeit für unsere privaten Dinge.. Es ist zurzeit wirklich nicht einfach.

Wir sind derzeit so unterbesetzt, dass wir zu 2 Azubis in einer Gemeinschaftspraxis alles alleine machen müssen an manchen Tagen. Die Ärzte wollen niemanden einstellen, aus sonst welchen Gründen. Sie sagen nur es reicht doch. Es klappt doch. Ja es klappt auch, weil wir keine Pausen machen kaum Zeit zum trinken haben oder für einen kurzen Toilettengang. Wir haben 3 Ärzte bei und, 2 Vertretungsärzte, einen Optikermeiste und eine Ophthalmologistin für die Kinder. Für alle Ärzte (die zum Glück nie alle gleichzeitig in der Praxis sprechstunde machen) kommen wir wenn wir glück haben zu 4 oder 5 mit aus, bräuchten aber mindestens noch 2-3 weitere Mitarbeiter, denn keiner kann ans Telefon gehen, Post bearbeiten, das ganze Organisatorische erledigen, BG-Berichte schreiben oder sonst was. Es bleibt so viel liegen und die Ärzte fragen nur warum wir das nicht gemacht haben.

Wir sind alle ziemlich sauer und total erschöpft, denn lange hält das keiner von uns aus

Ich arbeite bei einem Augenarzt. Wir sind zur Zeit stark unterbesetzt und das bei 4 bzw. 5 Ärzten. Bald kommt noch ein weiterer Arzt dazu. Es muss alles ablaufen wie am Fließband.

Wir sind ein wunderbares Team und verstehen uns super aber wir sind körperlich und mental am Anschlag.

Letze Woche 36 PCR Tests… GrippeImpfung und booster Impfung. Viele Patienten kommen telefonisch nicht mehr durch. Wir telefonieren ohne Ende. 200 Anrufe am Tag sind keine Seltenheit. Dazu viele Erkrankungen… Magen Darm, Erkältung, psychisch, und die normalen Vorsorgen. Ich bin dazu noch die verah… Hausbesuche sollte ich wöchentlich machen aber ich komme kaum raus aus der Praxis. Essen trinken und Toilette … keine Zeit.

Lange geht das nicht mehr.

Wir sind eine kleine Hausarztpraxis (Innere Medizin) unser Alltag ist derzeit noch stressiger als zu Beginn der Pandemie. Schon  vor Corona war viel zu tun, hatten wir unter Fachkräftemangel gelitten. Aber die Situation aktuell ist fast nicht auszuhalten. Wir sind dermaßen am Limit was die Versorgung unserer Stammpatienten angeht zu den den üblichen Problemen und Vorsorgeuntersuchungen, kommen seit Anfang Oktober die Grippeschutzimpfungen, die ebenfalls seit letztem Jahr unter starker Nachfrage führen und jetzt auch noch die Boosterimpfungen. Diese dürfen wir ja fast komplett alleine abfangen, es ist fast nicht zu schaffen. Dazu kommt der chronische Personalmangel, aktuell hat wieder eine Kollegin gekündigt, die Last verteilt sich auf noch weniger Schultern. Das Telefon klingelt ohne Unterlass, Patienten haben wenig Verständnis. Ich habe meine Arbeit wirklich gern, aber momentan fällt es schwer abzuschalten und sich zum Arbeiten aufzuraffen. Auch die Familie leidet darunter.  Man lebt in der Praxis in ständiger Angst Fehler zu machen, weil man zwischendurch kaum zum Durchatmen und Nachdenken kommt, man muss ja schon Glück haben, wenn man zwischendurch einen Schluck trinken kann. Es reicht!

Ich bin 22 Jahre, habe einen kleinen 2 Jahre alten Sohn und bin im 2. Ausbildungsjahr. Ich liebe diesen Beruf, aber es ist momentan verdammt anstrengend und es wird einfach immer härter.

Ich arbeite in einem MVZ, werde momentan mehr als Springer als als Schüler eingesetzt und laufe langsam wirklich am Limit. Immer mehr Kollegen fallen trotz Impfung wegen COVID-Erkrankung aus und alle anderen kriechen auf dem Zahnfleisch, müssen sogar aus dem Urlaub geholt werden, damit Praxen nicht schließen müssen.

Ich habe stellenweise schon ein schlechtes Gewissen, wenn ich Schule habe und deshalb auf der Arbeit fehle. Das kann doch nicht Sinn der Sache sein?

Und dann kommt noch das Drumherum: Aggressive, laute, fordernde Patienten, die bis aufs Messer diskutieren, uneinsichtig sind und sich dann beschweren, wenn man irgendwann auch nicht mehr ruhig und freundlich reagieren kann.

Das Telefon klingelt ohne Unterbrechung, dort spielt sich immer das gleiche Gespräch ab: „Impfen Sie? Wann kann ich einen Termin bekommen? Muss ich einen Test haben um in die Praxis zu kommen? Testen Sie auch für Veranstaltungen oder Flüge? Warum muss ich dafür was bezahlen? Mein Schnelltest ist positiv, was soll ich jetzt machen?“ Man legt auf und das Telefon klingelt sofort wieder.

Ich liebe diesen Beruf wirklich, aber ich weiß nicht, wie lange man sowas aushalten kann. Und ich hab Angst, dass diese hohe Anforderung auf Arbeit sich negativ auf die Ausbildung auswirkt.

Dazu kommen finanzielle Sorgen, alles wird immer teurer, das Gehalt ist nicht gerade hoch angesetzt und wenn ich dann ausgelernt bin, sieht das auch nicht viel anders aus.

Was muss passieren, damit diese Situation endlich ein Ende mit? Wann lässt sich endlich jeder impfen, der die Chance dazu hat?

Ich weiß es nicht, aber ich weiß, dass die Praxen diese Situation nicht ewig stemmen werden können.

Ich bin MFA in einer diabetologischen Schwerpunktpraxis. Mein Chef ist auch FA für Innere Medizin und Nephrologie. Ich bin zum 01.04 dort angefangen.

Der Praxisalltag läuft ungefähr so ab: Mittwoch und Samstag sind Impftage, wobei wir vor den Impfungen auch noch normale Sprechstunde machen.

Wenn normale Sprechstunde ist bin ich froh, wenn ich es zwischendurch mal schaffe etwas zu trinken oder auf Toilette zu gehen. Richtig Pause hab ich meist erst gegen halb drei (ich fang um 8 an und hab um 4 frei)

Zwischen der normalen Sprechstunde bei der wir auch noch !jeden! Patienten vorbereiten müssen (EKG, BMI, Temperatur, RR, Puls) muss ich auch noch Blut abnehmen, Urinproben testen, Infusionen legen, Transfusionen fertig machen, Spritzen usw.

Ich bin so fertig, dass ich froh bin dass ich einen Arbeitsunfall hatte und mit einem Bänderriss zuhause sitze. Wobei da auch wieder Stress herrscht weil ich schon 3 Wochen weg bin und wir immer unterbesetzt sind.

Bei uns ist es so, ich arbeite in einer Radiologie mit wirklich vielen Kollegen. Wir haben aktuell starken Personalmangel! Wir haben keine offiziellen Personalchef, seit Jahren will die Praxis keine Festangestellten MFAs einstellen, die aber dringend benötigt werden!!! Ständig kommen neue Azubis, für die leider kaum Zeit ist, denen etwas vernünftig beizubringen, weil Fachkräfte immer krank, schwanger o.Ä. sind. Die laufen dann so nebenher und müssen sich selber alles beibringen. Das Klima ist unter allen doch sehr angespannt, auch seit Corona. Ständig Vorwürfe, wieso sich einige nicht impfen lassen oder sich keine Boosterimpfung geben wollen. Ständig der Druck von den Chefs, immer 200% zu geben, trotz starker Unterbesetzung!! Keine Wertschätzung vom Arbeitgeber, aber ich weiß, dass es vielen nicht anders geht. Ich hoffe für alle, es kommen wieder tolle Zeiten für diesen schönen Beruf!

Unsere Praxis-Situation momentan??? Eigentlich seit Corona, über Monate hinweg….Wir laufen trotz Personalaufstockung um eine Stelle, absolut am Limit. Die Woche hat zu wenig Stunden…Telefon steht nicht mehr still. Zuerst wurden wir damals überrannt von Impfanfragen. Dann war der Impfstoff knapp und wir mussten um und abbestellen. Jetzt…Wir werden überrannt mit der Anfrage an Dritt-Impfungen. Zumal auch die Erkältungs- und Infektwelle in vollem Gange ist. Grippeschutzimpfungen sehr hohe Nachfrage. Patienten kommen wegen sämtlichen Kleinigkeiten in die Praxis und sowas wie Selbstständig erstmal versuchen mit Beratung Apotheke oder Hausmitteln, das gibt es kaum noch. Psychische Erkrankungen die viel Zeit in Anspruch nehmen haben extrem zugenommen. Und wir? Sind auch nur Menschen, haben Familien und können leider auch mal krank werden. Dann gibt es Personalausfall und die anderen müssen es kompensieren. Unsere Chefin, die Ärztin läuft ebenfalls am Limit. Patienten wirken angespannter denn je, haben oft kein Verständnis für unsere Situation und stellen sich allein in den Mittelpunkt. Rücksicht ist für viele Menschen ein Fremdwort geworden. Die Patienten streiten sich teilweise untereinander, wer zu erst dran kommt…..Ich könnte ewig schreiben….Wir arbeiten mehr, die Bürokratie wird immer umständlicher und verrückter, arbeiten für das gleiche Geld. Auf die Hausärzte wird extrem viel abgeladen und wir sollen nun Impfzentren ersetzen und die Massen impfen. Facharzttermine gibt es kaum, der Hausarzt kann das ja machen – ist oft die Antwort.
Ich bin Praxismanagerin und Krankenschwester, ich liebe meinen Beruf, aber es hat sich vieles verändert. Es ist alles so kompliziert geworden.

Die Arbeitssituation ist auch bei uns in einer hausärztlichen Gemeinschaftspraxis kaum noch zu bewältigen! Mehrere Kolleginnen haben aufgrund dessen gekündigt. Neues Personal ist momentan nicht zu bekommen, oder nach einem Probetag haben sie die Lust verloren. Mehrere Arztpraxen boostern nicht mehr. Wo sollen die Patienten bitte hin? Die Impfzentren existieren fast alle nicht mehr! Leider sind die Schließungen viel zu schnell beschlossen worden, ohne über den bevorstehenden Winter nachzudenken! Warum hört die Politik nicht auf die Wissenschaft? Wir müssen jetzt alles ausbaden!

Und….es ist überhaupt kein Ende in Sicht!!!! Ich bin jetzt seit fast 46 Jahren als Arzthelferin tätig, die Kräfte werden auch bei mir weniger. Eine Entspannung der ganzen Situation sehe ich noch lange nicht!!!

Habt Ihr noch etwas zu ergänzen? Lasst es uns wissen und schreibt uns eine Nachricht.

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Erfolgreiche Zusammenarbeit in der Arztpraxis

Geringer Lohn bei belastender und anstrengender Arbeit, eine gestresste Atmosphäre, gereizte Praxiskollegen, anspruchsvolle PatientInnen und wenig Anerkennung für einen zehrenden Job in der Arztpraxis. Davon können Medizinische Fachangestellte oftmals ein Liedchen singen. Dabei gibt es gute Möglichkeiten, die Teamarbeit untereinander zu verbessern und so zu einem deutlich angenehmeren Arbeitsklima in der Arztpraxis beizutragen. 

Mit effektivem Leadership und der Auseinandersetzung mit guter Führung profitieren nicht nur die MFAs, sondern auch die Patienten der Praxis und die Praxischefs. Wie dies gelingt und weitere wichtige Informationen rund um eine gute Teamarbeit haben wir in diesem Artikel einmal zusammengefasst.

Das macht ein gutes Praxisteam aus

Teamarbeit. Das kennen viele von uns noch aus der Schule. Im späteren Arbeitsalltag allerdings geht dies dann nicht selten unter. Dabei ist ein gutes Team die Voraussetzung für zufriedene MitarbeiterInnen sowie PatientInnen. 

Doch was macht ein gutes Praxisteam überhaupt aus? Zum einen wären hier die gemeinsamen Ziele. Die Teammitglieder, in dieser Form, also die Medizinischen Fachangestellten und ÄrztInnen der Praxis, arbeiten also Hand in Hand für die Gesundheit ihrer Patienten. Dabei ist ausreichende Motivation eine wichtige Voraussetzung, d.h. das Wohl der PatientInnen sollte jedem Einzelnen ehrlich am Herzen liegen. 

Auch kommt es darauf an, dass es innerhalb des Praxisteams eine passende Rollenverteilung mit respektvollem Umgang miteinander gibt. Dazu zählen auch ehrliches Feedback und offene Transparenz. Anstatt sich über einen Kollegen oder eine Kollegin zu ärgern, sollten Probleme offen angesprochen werden. Damit lässt sich Konfliktpotenzial abbauen und ein lockeres Verhältnis schaffen. Ein gutes Praxisteam baut die Stärken und Schwächen von jeder/m MFA geschickt ein. 

Ebenso wichtig für eine reibungslose Teamarbeit in der Praxis ist Spaß. Gemeint ist dabei keine Partystimmung, sondern vielmehr gelegentlicher Raum für Unsinn. Nicht alles zu ernst nehmen. Das lockert Spannungen und trägt zu einem guten Arbeitsklima bei. 

Praxismanagement: Teamarbeit bedeutet Konflikte lösen

In einer Arztpraxis treffen unterschiedliche Menschen mit unterschiedlichen Charakteren aufeinander. Da ist es vollkommen unvermeidbar, dass es einmal zu Unstimmigkeiten und Konflikten kommt. Am wichtigsten ist es dabei, über diese Verstimmungen nicht einfach hinwegzusehen. Das könnte dazu führen, dass einige Praxismitglieder gedanklich aussteigen oder sich verschiedene „Lager“ in der Gruppe bilden. Stattdessen sollten Diskrepanzen umgehend besprochen werden. So weiß jeder, was der andere denkt und was er oder sie vielleicht als unschön wahrgenommen hat. 

Oftmals ist ein Verhalten einer Person gar keine Absicht, sondern vielmehr eine eingewöhnte Eigenart. Die offene Kommunikation darüber ist im Praxismanagement allerdings die wichtigste Voraussetzung.

Teambuilding-Maßnahmen durchführen

Ein Praxisteam muss Hand in Hand funktionieren. Immerhin haben es die MFAs mit kranken oder bedürftigen PatientInnen zu tun. Daher sind Teambuilding-Maßnahmen eine gute Idee. Im Rahmen von Unternehmungen oder kleinen Events soll das Zusammengehörigkeitsgefühl gestärkt und gefestigt werden. 

Die einzelnen KollegInnen lernen sich dabei auch einmal von einer anderen Seite kennen. Dabei muss es nicht immer die teure Reise mit entsprechenden Maßnahmen sein. Schon ein monatliches gemeinschaftliches Abendessen unter den KollegInnen sowie dem Chef oder der Chefin. Auch eine kleine Weihnachtsfeier kann dazu beitragen, dass das Team besser gemeinsam agiert. Übrigens: Besonders vorteilhaft ist es, die jungen KollegInnen mit den älteren KollegInnen  zusammenzubringen. Das sorgt vor allem für einen regen Wissensaustausch.

Wortwahl beachten bei Teambuilding in der Praxis

Die richtigen Worte zu wählen fällt vielen Menschen schwer. Dabei entscheiden sie oft darüber, wie wir das Gegenüber wahrnehmen. Studien der Stanford Universität haben beispielsweise gezeigt, dass Wortverwendungen wie „zusammen“ eine tatsächlich starke Auswirkung auf die TeilnehmerInnen des Experimentes hatten. Wer eingeredet bekommen hat, dass er „zusammen“ mit anderen an einem Projekt arbeitet, der war deutlich motivierter bei der Sache. Deshalb sollten ChefInnen immer auf eine passende Wortwahl achten.

Das sind die Vorteile von Teamzusammenhalt

Abschließend möchten wir noch einmal darauf eingehen, welche Vorteile eine gute Teamstruktur in der Praxis eigentlich hat. 

  1. Wer sich gut integriert fühlt, der ist nicht nur motivierter bei der Sache. Er oder sie werden sich auch engagierter für den Arbeitgeber oder die Arbeitgeberin einsetzen. 
  2. Das führt automatisch dazu, dass es sich um loyale und treue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter handelt. 
  3. Je besser das Team harmoniert, desto positiver ist auch die Auswirkung auf das Ergebnis und das Feedback der Patientinnen und Patienten. 
  4. Die Zufriedenheit des Teams und der Individuen steigt damit ebenfalls. 
  5. Wenn der Arbeitsplatz gerne aufgesucht wird, haben Chefin oder Chef alles richtig gemacht. Das reduziert zudem Krankheitsausfälle wegen Erschöpfung oder schlechter Laune basierend auf einer nicht guten Arbeitsatmosphäre. 
  6. Ein gut zusammengestelltes Team hat damit mit deutlich weniger Problemen zu kämpfen. So lassen sich Konflikte schon im Vorfeld verhindern. 

Fazit: Erfolgreiche Teamarbeit ist unersetzlich

Medizinische Fachangestellte haben es in ihrem Beruf nicht leicht. Hier kommt es vor allem darauf an, dass das Praxisteam gut funktioniert. Nicht nur, damit die PatientInnen und das Praxisimage profitieren. Vor allem, damit sich die KollegInnen wohlfühlen und lange in ihrem Beruf arbeiten können. Die zeitliche und vielleicht auch finanzielle Investition in Teambuilding-Maßnahmen lohnt sich also definitiv.

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Die besten Fort- und Weiterbildungen für MFA

Aufstiegschancen für Medizinische Fachangestellte / ArzthelferInnen

Für Medizinische Fachangestellte gibt es unzählige Fort- und Weiterbildungen. Von Ein-Tages-Fortbildungen über mehrjährige Studiengänge, alles ist möglich. Die Unterschiede zwischen den einzelnen Weiterbildungsmöglichkeiten liegen in der Dauer, der Spezialisierung und der Einordnung des Karrierelevels mit dem erzielten Abschluss. 

In unserem Artikel über Fortbildung, Weiterbildung und Studium haben wir bereits über die Unterschiede der drei großen Bildungsformen aufgeklärt. 

Heute soll es darum gehen, welche Fortbildungen für Medizinische Fachangestellte dich auf die nächste Karrierestufe hebeln und sich aus unserer Sicht am meisten lohnen.

Um es gleich vorweg zu nehmen: Je zeitaufwändiger eine Weiterbildungen ist, desto mehr Wissen kann vermittelt werden, was sich im späteren Verantwortungsbereich und positiv auf das Gehalt auswirkt. 

Je nach deiner individuellen Vorstellung deiner beruflichen Entwicklung, deinen Zielen und Tätigkeiten, die dir am meisten Spaß machen, muss die höchste Karrierestufe nicht unbedingt auch zum größten Glück und beruflicher Erfüllung führen.

In unserem Fortbildungskatalog findest du übrigens eine große Auswahl von Fort- und Weiterbildungen für MFA & ZFA von verschiedensten Fortbildungsanbietern. Schau auch dort gern ein mal vorbei.

AbrechnungsmanagerIn

Weiterbildung AbrechnungsmanagerIn für MFA / ArzthelferInnen

Die Weiterbildung zur AbrechnungsmanagerIn wird sowohl für Medizinische Fachangestellte als auch für Zahnmedizinische Fachangestellte (ZFA) angeboten. Die erworbenen Abrechnungskenntnisse lohnen sich für MFAs jeder Fachrichtung. In der Abrechnung ändern sich ständig Ziffern und einige Besonderheiten, wie z.B. die HZV Abrechnung sind für Praxen sehr lukrativ. Dies ist immer ein einschlägiges Argument eine MFA oder ZFA mit spezialisierten und fundiertem Abrechnungswissen einzustellen, da sie/er die Einnahmen der Praxis durch eine optimierte Abrechnung verbessern kann. 

Als AbrechnungsmanagerIn hast du einen eigenen Verantwortungsbereich, kannst Schulungenund Wissensvermittlung für dein Team machen und hast sogar die Option auf Home Office. Dies hängt natürlich von der jeweiligen Praxissituation ab, aber prinzipiell musst du für die Abrechnung nicht täglich vor Ort in der Praxis anwesend sein, sondern könntest diese auch sehr gut von Zuhause aus managen. 

Angebotene Weiterbildungen mit anschließendem Zertifikat, die dich den Titel AbrechungsmanagerIn tragen lassen, bedürfenca. 120 Fortbildungsstunden. Anschließend bewegst du dich in der Tätigkeitsgruppe V des Tarifvertrags für Medizinische Fachangestellte. Viele AbrechnungsmanagerInnen arbeiten zu dem mit einem Bonusmodell bei dem sie eine Provision erhalten, wenn bestimmte Abrechnungsziele erreicht wurden. 

Mehr Infos zur Weiterbildung sowie Fortbildungsanbieter findest du hier und in unserem Fortbildungskatalog.

Nichtärztliche Praxisassistenz (Näpa) / Entlastende Versorgungsassistenz (EVA) Versorgungsassistenz (VERAH)

Weiterbildung Näpa und EVA für MFA / ArzthelferInnen

Diese drei Weiterbildungen unterscheiden sich zwar alle etwas im Umfang oder von den Initiatoren (Bundesärztekammer bei Näpa und Eva, Hausärzteverband bei VERAH), haben aber ein gemeinsames Ziel: sie bilden dich zum Hausbesuchsprofi aus. 

Du kannst einen viel größeren und abwechslungsreichen Aufgabenbereich einnehmen und nach Absprache mit dem Arzt eigenständig Hausbesuche fahren. Meist hast du einen eigenen Patientenstamm, den du regelmäßig Zuhause oder im Pflegeheim besuchst. Neben Blutabnahmen, Diabeteskontrollen und Wundversorung beurteilst du den Patientenzustand. So arbeitest du Hand in Hand mit dem Arzt und unterstützt ihn bei Diagnose-, Therapie- und Präventionsmaßnahmen.

Die Hausbesuchsfahrten werden für die Praxis extrabudgetär vergütet. Als Näpa, EVA oder VERAH sparst du den Ärzten in deiner Praxis nicht nur enorm viel Zeit, sondern trägst so auch zum wirtschaftlichen Erfolg bei. 

Gerade in ländlichen Gebieten, wo der Ärztemangel teils stark spürbar ist, werden die MFAs als Hausbesuchsprofis gebraucht. Durch deine erweiterten und umfangreichen Kompetenzen, hast du eine Gute Basis bei deiner Gehaltsverhandlung. Laut Gehaltstarifvertrag für MFA rutscht du durch die Fortbildung zur VERAH, EVA oder Näpa in Tätigkeitsgruppe IV.

Ambulantes Operieren / Ambulantes Operieren in der Augenheilkunde

Weiterbildung Ambulantes Operieren für MFA / ArzthelferInnen

Beide Fortbildungen befähigen dich zur kompetenten Fachassistenz im Operationssaal und zur vorausschauenden rechten Hand des Operateurs. Als Medizinische Fachangestellte im ambulanten OP unterstützt den Arzt bei der Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung ambulanter Operationen. Das beinhaltet die psychosoziale Betreuung der Patienten bis hin zur Instrumentenaufbereitung und Sterilisation. Im Augen-OP sind es nahezu die gleichen Aufgaben und Verantwortlichkeiten, nur eben sehr spezialisiert auf den Bereich der Operationen am Auge und ihrer hochspezialisierten OP-Instrumente.

Spezialisierte Fachkräfte im ambulanten OP sowie ambulanten Augen-OP werden oft gesucht. Dies nicht nur in ambulanten OP-Zentren, sondern auch im Krankenhaus. Durch immer neue Innovationen im OP-Bereich ist dies ein abwechslungsreicher, wie verantwortungsvoller und spannender Aufgabenbereich mit diversen Unter-Fortbildungen, wie z.B. dem Sedierschein, die dich zu weiteren Kompetenzen befähigen.

Auch gehaltstechnisch ist diese Fortbildung sehr attraktiv mit der Tätigkeitsgruppe IV des Tarifvertrags verbunden.

Studium im Gesundheitswesen

Weiterbildung FachwirtIn im Gesundheits- und Sozialwesen für MFA / ArzthelferInnen

Für alle, die vor allem Managementaufgaben im Gesundheitswesen übernehmen wollen, empfiehlt sich ein Studium. Manche Studiengänge sind auch speziell auf eine spätere lehrende oder beratende Tätigkeit ausgerichtet. Nach einem Bachelorabschluss, den man an vielen Hochschulen auch berufsbegleitend absolvieren kann und die in der Regel 3 bis 3,5 Jahre dauern, kannst du einen Master Abschluss anstreben. 

Ein ganz wesentlicher Vorteil bei einem Studienabschluss mit bereits absolvierter vorheriger Ausbildung, z.B. zur MFA oder ZFA, ist, dass du bereits mit Berufserfahrung punkten kannst. Das ist immer gern gesehen bei zukünftigen Arbeitgebern und du kannst bei Herausforderungen im Berufsalltag von deinen bisherigen Berufserfahrungen profitieren. 

Du solltest dir allerdings bewusst sein, dass du nach einem Studienabschluss aller Wahrscheinlichkeit nach nicht mehr in einer Arztpraxis arbeiten wirst. Für Tätigkeiten in einer Praxis bist du danach überqualifiziert und Praxisinhaber werden dir nicht das Gehalt zahlen, welches du zustehen würde. 

Übrigens wissen viele nicht, dass ein Abschluss zum/r FachwirtIn im Gesundheits- und Sozialwesen gleichgestellt ist mit einem Bachelorabschluss und du damit z.B. einen Masterstudiengang anstreben kannst. Der Bachelorabschluss der Fachwirte heißt Bachelor Professional of Health and Social Services.

Ein Studienabschluss bietet dir breite Entwicklungsmöglichkeiten und Karrierechancen. Gehaltstechnisch bewegst du dich damit in der Regel in Tätigkeitsgruppe VI des Gehaltstarifvertrags für MFAs und darüber hinaus. Je nach Präferenz deines späteren Werdegangs haben die Studiengänge verschiedene Schwerpunkte. Hier einige Beispiele für Studiengänge im Gesundheitswesen:

  • Bachelor im Sozial- und Gesundheitsmanagement 
  • Bachelor Medizinpädagogik
  • Bachelor Medizinpsychologie
  • Medizinstudium
  • Zahnmedizinstudium
  • Bachelor Soziale Arbeit
  • Bachelor Pflegemanagement 

Abschließend möchten wir noch einmal sagen, dass Karrierewege immer sehr individuell sind und du dich in alle Richtungen weiterentwickeln kannst, die du gerne möchtest. Fleiß und Durchhaltevermögen gehören immer dazu. Aber, wenn man erstmal für sich ein spannendes Aufgabenfeld gefunden hat, macht das Lernen gleich viel mehr Spaß. Dazu fühlt man sich viel zufriedener. Wenn deine geleistete Arbeit von deinem Arbeitgeber auch in den Rahmenbedingungen wertgeschätzt widergespiegelt wird, kann dies sehr erfüllend sein. 

Also möchten wir dich ermutigen dich weiterzuentwickeln und immer offen für neues Wissen zu sein. Erzähl uns doch gerne, wie dein Weg aussieht oder welche Fortbildung für dich ganz persönlich etwas gebracht hat und die du weiterempfehlen kannst. 

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Verfolge selbstbewusst den Weg deiner Träume

Als ich 2009 die Ausbildung zur Zahnmedizinischen Fachangestellten (ZFA) startete, war mir nicht klar, welche Aufstiegsmöglichkeiten dieses Berufsbild bietet. Ich beendete nach 2 ½ Jahren erfolgreich meine Ausbildung und fing an erste Erfahrungen in der Prophylaxebehandlung zu sammeln. Dazu absolvierte ich einen Kurs mit dem Thema „Individual Prophylaxe bei Kindern“. Mir machte das selbstständige Arbeiten am Patienten viel Spaß und ich spürte, dass ich mehr Verantwortung wollte.

So kam es, dass ich mich für die Aufstiegsfortbildung zur ZMP – Zahnmedizinische ProphylaxeAssistentin interessierte. Ich besuchte einen Prophylaxe Basiskurs und startete 2014 berufsbegleitend die 6-monatige Aufstiegsfortbildung in München. Ich war begeistert und wusste, das ist meine Berufung! Ich eignete mir ein Fachwissen an, lernte die Grundlagen der professionellen Dentalhygiene kennen und sammelte unter anderem erste Erfahrungen in der therapeutischen Betreuung von Karies und parodontalen Erkrankungen. Ich begann das erste Mal, Dinge die ich tagtäglich in der Zahnarztpraxis durchgeführt hatte, genauestens zu verstehen. Ich konnte schwierige Fragen der Patienten beantworten, wurde selbstbewusster und mein Gehalt stieg an.

Zu diesem Zeitpunkt hatte ich die Fertigkeit erlernt Patienten mit Zahnfleischentzündungen zu behandeln. Es gibt aber deutschlandweit ungefähr 11,5 Mio. Patienten mit parodontal schweren Problemen. Durch den demografischen Wandel steigt der Behandlungsbedarf älterer, multimorbider Patienten. Genau hier hatte mir Fachwissen gefehlt und die Fertigkeit der Bearbeitung entzündlicher Wurzelareale war kein Lehrinhalt der Aufstiegsfortbildung zur ZMP. Da Behandlungsbedarf vorhanden war und ich nur mit gewissem Know-How Patienten behandeln möchte, stand meine Entscheidung fest. Ich möchte den nächsten Schritt auf der Qualifikationstreppe erreichen, ich werde Dentalhygienikerin! Die Motivation dazu entwickelte sich intrinsisch. Meine Bezugspersonen und meine Kursleitung bekräftigten mich in meiner Entscheidung! Man muss nämlich dazu sagen, dass mein damaliger Chef die fundierte Wissensübermittlung zur Dentalhygienikerin nicht primär forderte. Das ist leider gar nicht so unüblich.

Ich startete demnach direkt im Anschluss zur ZMP, im Jahr 2015 das duale Studium „Dentalhygiene & Präventionsmanagement“ in Köln. Es begann ein neues Kapitel. Über einen Zeitraum von vier Semestern lebte ich eine Woche im Monat mit 4 Kommilitoninnen gemeinsam in einer Jugendherberge in Köln. Ich fuhr regelmäßig mit dem Zug von München nach Köln, arbeitete nebenbei noch Vollzeit in der Zahnarztpraxis. Das Studium vermittelte mir evidenzbasierte Inhalte der Parodontologie und Prävention. Ich eignete mir Kompetenzen in Kommunikation, Personalführung und Patientenberatung an, erweiterte meine medizinischen Kenntnisse & Fertigkeiten und profitierte auch persönlich durch Bereicherung des eigenen Handelns und Denken. Während des Studiums musste ich ein Berichtsheft führen, regelmäßig Patienten behandeln, Präsenzveranstaltungen besuchen, verschiedene Hausarbeiten schreiben, englische Studien lesen und schlussendlich eine Bachelor Arbeit schreiben. 2017 verteidigte ich meine Bachelor Arbeit mit dem Thema „Supplementierung von Nahrungsergänzungsmitteln“ erfolgreich. Danach arbeitete ich Vollzeit als Dentalhygienikerin, mein Gehalt & mein Verantwortungsbereich stieg erneut an, hochmotiviert wendete ich das erlernte an meinen Patienten an und therapierte unter Delegation Parodontalerkrankungen.

Ich merkte schnell, ich brauche eine neue Herausforderung! Ich möchte Fachpersonal auf dem Weg zur Dentalhygieniker/in coachen. Schon während des Studiums spielte ich mit diesem Gedanken … 2018 bekam ich dann die Möglichkeit, bei einem Institut für Weiterbildung als Dozentin für Dentalhygiene anzufangen. Ich war dankbar über diese Chance und nahm die Herausforderung mit voller Motivation an, wechselte die Zahnarztpraxis und fing an, hauptberuflich als Dozentin und nebenberuflich einmal wöchentlich als Dentalhygienikerin in einer Zahnarztpraxis zu arbeiten. Seither genieße ich die flexible Arbeit als Dozentin, reise viel durch Deutschland und Österreich, bilde ZMPs in München aus, sitze im Prüfungsausschuss bei den Dentalhygieniker/innen (DH) und teile meine Erfahrungen und mein Wissen mit den motivierten Teilnehmern.

Für mich sind Zähne meine Berufung. Deshalb habe ich auch privat auf Instagram @_nicetosmile_ einen Zahnpflege Account entwickelt. Schaut gern vorbei und lasst ein Abo da! Ich hoffe, ich habe Euch für eine Qualifikation motivieren können und konnte Euch zeigen, dass durch Fleiß, Begeisterung, Positivität und Disziplin jeder selbstbewusst zum Ziel kommen kann!

Live the Life you have imagined!

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4 Tipps, wie du die richtige Stelle für dich findest

Stellenangebote für Medizinische Fachangestellte und Zahnmedizinische Fachangestellte gibt es im Internet zur Genüge. Wenn du als MFA/ZFA einen neuen Job sucht, könntest du in kürzester Zeit einen neuen Arbeitsplatz antreten. Nicht nur die Arztpraxen und Zahnarztpraxen, auch andere Arbeitgeber im Gesundheitswesen suchen händeringend nach Personal und haben viele attraktive Stellenangebote für Medizinische Fachangestellte und Zahnmedizinische Fachangestellte zu bieten. 

Ob man durch einen Wohnortwechsel auf Jobsuche ist, man gerne eine andere Fachrichtung ausprobieren möchte, ein höheres Gehalt anstrebt, eine unausstehliche Kollegin oder einen cholerischen Chef hat, der oder die einem den Arbeitsalltag madig macht, man sich beruflich weiterentwickeln möchte oder einfach einen Tapetenwechsel sucht. Gründe für einen Jobwechsel sind so unterschiedlich, wie die angebotenen Jobs für Medizinische Fachangestellte und Zahnmedizinische Fachangestellte. 

Viele wagen dennoch nicht den Schritt sich zu bewerben, weil sie Angst haben vom Regen in die Traufe zu geraten. Auch wenn sie unzufrieden bei dem jetzigen Arbeitgeber sind, bleiben sie oft noch lange in der Praxis. Hier weiß man schließlich, was man hat. Könnte in der nächsten Praxis ja alles viel schlimmer sein…

Es ist ganz normal Angst vor dem Ungewissen zu haben. Aber versauer nicht in einer Praxis oder bei einem Unternehmen, was dich nicht glücklich macht. Da draußen gibt es ganz viele, tolle und wertschätzende Arbeitgeber, die froh wären, eine kompetente MFA/ ZFA, wie dich in ihrem Team zu haben. 

4 praktische Tipps, wie du die richtige Stelle für dich findest

Wir verraten dir, wie du unter all den Stellenangeboten für Medizinische Fachangestellte (MFA) bzw. Zahnmedizinische Fachangestellte (ZFA) den richtigen Arbeitgeber findest. Du erfährst, was du anhand einer Stellenanzeige über den angebotenen Job ablesen kannst und wie du mit ein bisschen Recherche herausfindest, ob sich eine Bewerbung lohnt. So gelingt die Jobsuche und du wirst den Schritt zu Wechseln nicht bereuen. 

1. Werde dir über deine eigenen Vorstellungen klar

Nur, wenn du weißt, wie deine Traumpraxis aussieht, kannst du sie auch finden. Stelle dir folgende Fragen und beantworte sie für dich. Am besten schreibst du dir Stichpunkte auf, dann wird das Gesamtbild schnell klarer und visueller. 

  • Was sind die Voraussetzungen an einen Arbeitgeber, das Team und die Rahmenbedingungen, die du dir wünscht? 
  • Wie weit sollte der Arbeitsweg maximal von deinem Zuhause weg sein? 
  • Welche Arbeitszeiten sind für dich wichtig? 
  • Wechselnde Schichten oder brauchst du feste Arbeitszeiten? 
  • Wie sollte die Bezahlung (Tipps zur Gehaltsverhandlung) aussehen? 
  • Welche Karrierepläne hast du noch und wie kann der neue Arbeitsplatz dich unterstützen sie zu erreichen? 
  • Welche Vorstellungen hast du von deiner neuen Arbeitsumgebung (z.b. Fachrichtung, Tätigkeiten, Team)? 
  • Gibt es interne Weiterbildungsprogramme oder die Möglichkeit, an externen Schulungen teilzunehmen? 

Mach dir eine Liste mit den wichtigsten Punkten und lege deine Prioritäten fest.

2. Wo du nach Stellenangeboten für MFAs / ZFAs suchen kannst

Auf unserer MFA mal anders Stellenbörse findest du Stellenangebote von Praxen, die sich auf dich freuen und dies mit wertschätzenden Rahmenbedingungen zeigen. Bei uns findest du aber auch Stellenangebote für Medizinische Fachangestellte und Zahnmedizinische Fachangestellte außerhalb der klassischen Arztpraxis oder Zahnarztpraxis von Arbeitgebern aus dem Gesundheitswesen. 

Weitere Quellen für Stellenangebote für Medizinische Fachangestellte/ Zahnmedizinische Fachangestellte sind z.B.

  • Allgemeine Online Stellenbörsen
  • Google Jobs
  • Ebay Kleinanzeigen
  • Social Media Gruppen (z.B. bei facebook)
  • im Bekanntenkreis umhören
  • Arbeitgeber im Umkreis deines Wohnortes recherchieren und auf deren Homepage nach offenen Stellen schauen

3. Stellenanzeigen richtig lesen und interpretieren

Anhand wie eine Stellenanzeige bzw. ein Stellenangebot für Medizinische Fachangestellte oder Zahnmedizinische Fachangestellte geschrieben ist, kann man viel über einen Arbeitgeber herauslesen. An ein paar Beispielen zeigen wir dir Stellenanzeigen auf die du dich besser nicht bewerben solltest und erklären warum.

Hier eine Beispiel-Stellenanzeige für Medizinische Fachangestellte mit Warnzeichen:

MFA gesucht

Arbeitszeit in Stunden: 35 – 38,5
Gewünschter Arbeitsbeginn: 01.01.2021
Stadt/Stadtteil: ###
Fachrichtung: Allgemeinmedizin
Beschreibung Arbeitsplatz: Arbeiten and er Anmeldung, Labor, Ekg’s, Lungenfunktion etc.
Beschreibung Praxis: Große Hausarztpraxis in ### sucht zum 01.01.2021 eine stressresistente, erfahrene und zuverlässige MFa. Vorkenntnisse sind sehr wünschenswert, ebenso die Bereitschaft, Nachmittags zu arbeiten. Wir bieten das gesamte Spektrum einer Hausarztpraxis, mit vielen abwechslungsreichen Tätigkeiten.

Warum solltest du bei dieser Anzeige bedenken haben?

  1. Arbeitsplatzbeschreibung: Klar, weißt du als MFA, welche Tätigkeiten auf dich in der Regel in einer Arztpraxis zukommen werden. Aber diese Tätigkeiten können je nach Fachrichtung, Praxisorganisation und Praxisgröße ganz unterschiedlich sein. Ein paar allgemeine Dinge (“Arbeiten an der Anmeldung”) aufzuzählen und die Tätigkeitsbeschreibung mit “etc.” zu beenden, geben nicht besonders aufschlussreiche Informationen preis. Klingt jetzt auch nicht sehr spannend, oder? Achte daher in Stellenausschreibungen genau darauf, was deine zukünftigen Aufgaben und der Verantwortungsbereich sein sollen und ob diese zu deinen Vorstellungen passen.
  2. Profil: hier wird eine stressresistente MFA gesucht. Achtung. Das kann bedeuten, dass diese Praxis von Patienten nur so überrannt wird, dabei aber höchstwahrscheinlich nicht gut organisiert ist. Generell wird in den Stellenprofilen von MFAs und ZFAs immer sehr viel gefordert. Von stressresistent, motiviert, kommunikationsstark, teamfähig, selbstständig, erfahren, flexibel, belastbar, durchsetzungsfähig, leidenschaftlich, verantwortungsbewusst, eigenverantwortlich, kooperativ und mehrsprachig, einmal alles bitte. Das wir MFAs und ZFAs Multitalente sind, wissen wir ja. Aber manche Arbeitgeber übertreiben oft in den Anforderungen und suchen die eierlegende Wollmilchsau. Bei Attributen wie “flexibel”, solltest du hinterfragen, was damit gemeint ist. Geht es um flexible Verfügbarkeit, weil die Arbeitszeiten oft variieren und Überstunden geschoben werden müssen? Oder flexible Tätigkeiten, weil zu wenig Personal da ist und du die Aufgaben von anderen übernehmen sollst? 
  3. Unternehmenskultur/ Philosophie: Insgesamt wirkt die Anzeige sehr unpersönlich und mit wenig Mühe und Engagement geschrieben. Hier wird wahrscheinlich kein neues Mitglied für die Praxisfamilie, sondern nur die nächste Nummer gesucht. Von den “abwechslungsreichen Tätigkeiten” hat man in der Arbeitsplatzbeschreibung nicht viel erkennen können. Eine Praxis, die sich, ihre Philosophie, den Umgang mit den Patienten und den Mitarbeitern beschreibt, weckt Interesse und gibt dir Einblicke in ihren Praxisalltag und wie sie ihn gemeinsam als Team meistern. Deshalb auch an dieser Stelle ein allgemeiner Aufruf von uns an die Arbeitgeber: Bitte liebe Praxen, gebt euch doch ein bisschen mehr Mühe und zeigt, dass ihr euch Gedanken gemacht habt, um ein neues Teammitglied von euch zu überzeugen. Eine Stellenanzeige ist schließlich der erste Eindruck und entscheidet, ob sich jemand bei euch bewirbt oder lieber zur Konkurrenz geht. 
  4. Benefits: Was bekommst du als neue/r MitarbeiterIn eigentlich? Davon wird hier nichts erwähnt. Warum solltest du in diese Praxis wechseln? Was bietet der neue Arbeitgeber gegenüber dem Alten? Was macht einen Wechsel lohnenswert? Vergleiche mit deinen vorher festgelegten Rahmenbedingungen, ob das Stellenangebot diese erfüllt oder ob du Kompromisse eingehen musst.

Wenn du eine Stellenanzeige liest, prüfe die vier Aspekte Arbeitsplatzbeschreibung, Profil, Unternehmenskultur/Philosophie und Benefits. Sie helfen dir ein Stellenangebot für Medizinische Fachangestellte schnell zu scannen und zu erkennen, ob deine Kriterien erfüllt werden. 

Gute Stellenangebote für Medizinische Fachangestellte und Zahnmedizinische Fachangestellte sollten folgende Punkte aufweisen: 

  • Ausführlich und Informativ
  • Einblick in die Unternehmenskultur
  • Aufgaben genau erklärt
  • Attraktive Benefits (monetär und nicht monetär)
  • Realistische Angaben zum Profil (nicht zu fordernd)

4. Informationen über den Arbeitgeber einholen

Hast du erstmal ein reizvolles Stellenangebot für MFA / ZFA entdeckt und geprüft, geht es als nächstes an die Recherche über den Arbeitgeber. Bevor du dich bewirbst, investiere ein wenig Zeit in die Detektivarbeit.

Verschaffe dir einen ersten Überblick über das Unternehmen über die Webseite. Was schreibt die Praxis selbst über sich? Wie stellen sie sich dar und was hast du für einen ersten Eindruck, wenn du dir die Homepage ansiehst? Sympathisch, modern oder nach dem Motto: Gewollt, aber nicht gekonnt? Das Bauchgefühl lässt dich bestimmt nicht im Stich.

Hier kannst du auch etwas über die Ärzte und das Team herausfinden oder welche Leistungen die Praxis für Patienten anbieten. Daraus kannst du z.B. ableiten, welche Untersuchen auf dich zukommen. Schau dir auch die Öffnungszeiten an, um dir ein Bild von den Arbeitszeiten zu machen. 

Als nächstes suche die Praxis auf Arbeitgeber Bewertungsportalen. Das bekannteste Bewertungsportal ist kununu. Hier kannst du dich anhand von Bewertungen von aktuellen oder ehemaligen Mitarbeitern über einen Arbeitgeber informieren. Es gibt verschiedene Kategorien, wie Gehalt, Entwicklungsmöglichkeiten, Vorgesetztenverhalte etc. Meistens findet man hier jedoch nur große Unternehmen, wie z.B. Krankenhäuser. 

Alternativ kannst du dich auf Arztbewertungsportalen, wie jameda oder sanego nach der Praxis umschauen. Eigentlich bewerten Patienten den Arzt und die Praxis, um anderen Patienten die Suche nach dem richtigen Arzt zu erleichtern. Allerdings ist dies auch sehr aufschlussreich für jobsuchende MFAs und ZFAs, die mit dem Gedanken spielen sich bei der Praxis zu bewerben. Erhält eine Praxis auffällig viele negative Bewertungen über einen unfreundlichen Arzt, gestresste Mitarbeiter, sehr lange Wartezeiten oder sonstige Beschwerden, kannst du davon ausgehen, dass es in dieser Praxis nicht besonders rund läuft. Sind die Kommentare überwiegend positiv und gibt es nur vereinzelt den ein oder anderen unzufriedenen Patientenkommentar, ist das völlig in Ordnung und kein Hinweis für ein Warnzeichen sich hier lieber nicht zu bewerben. 

Wenn die Praxis bei Google gelistet ist, können diese Rezensionen ebenfalls hilfreich sein und zu deiner Recherche zählen.

Immer mehr Praxen pflegen auch Social Media Accounts bei facebook oder instagram. Stöber hier etwas herum und schau nach, was die Praxis postet. Oft stellen sie Mitarbeiter vor oder geben ein paar Eindrücke aus ihrem Praxisalltag preis. 

Vitamin B. Wenn du eine/n MFA oder ZFA kennst, die/der ehemals oder aktuell in der Praxis arbeitet, nutze den Kontakt und informiere dich aus erster Hand über die Praxis als Arbeitgeber, die Kollegen, den Alltag und den Verdienst.

Im Zweifel kannst du vor einer Bewerbung auch immer in der Praxis anrufen und offene Fragen direkt ansprechen, z.B. wenn du keine Informationen über die Arbeitszeiten findest, dies aber unbedingt vor Bewerbung wissen möchtest. So bekommst du auch einen ersten Eindruck von der Stimme am anderen Ende der Leitung. 

Informationsquellen über Arbeitgeber vor der Bewerbung:

  • Arbeitgeberbewertungsportale, wie z.B. Kununu, glassdoor
  • Google Rezensionen
  • Arztbewertungsportale, wie z.B. Jameda, Sanego
  • Homepage
  • Social Media Auftritte (facebook, instagram)
  • Ehemalige oder aktuelle Mitarbeiter fragen
  • Entweder vor Bewerbung anrufen und offenes klären oder das Vorstellungsgespräch nutzen

Zusammenfassend: nutze das Internet und seine Möglichkeiten, um dich ausführlich über einen Arbeitgeber zu informieren. Lese auch die Kleinigkeiten und zwischen den Zeilen in den Stellenangeboten für Medizinische Fachangestellte und Zahnmedizinische Fachangestellte. Hat eine Stellenanzeige überzeugt und du mit deiner Bewerbung, nutze das Vorstellungsgespräch, um herauszufinden, ob es wirklich ein Match ist!

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Was macht man eigentlich als FachwirtIn im Gesundheits- und Sozialwesen?

Wer rastet, der rostet – auch auf beruflicher und intellektueller Ebene

Wie alles begann...

Nach dem Abitur unmittelbar zu wissen, in welche Richtung es beruflich gehen soll, stellte für mich eine echte Herausforderung dar. Die Frage war erst einmal: diverse Praktika absolvieren, um erste Erfahrungen in verschiedenen Branchen zu sammeln, eine Ausbildung oder doch für ein Studium bewerben?

Innerhalb kürzester Zeit wurde mir über Kontakte ein Ausbildungsplatz zur MFA in einer ambulanten chirurgischen Praxis angeboten, den ich dankend annahm. Gipsen, Verbände anlegen, bei Eingriffen wie Arthroskopien assistieren und den Ärzten zur Seite stehen und zusätzlich in so kurzer Zeit so viel Blut zu sehen, ließ mein Interesse für die Medizin stetig wachsen. Das Miteinander im Team und Patienten zu helfen bereitete mir viel Freude. Die Ausbildung verkürzte ich aufgrund des Abiturs und Notendurchschnitts von drei auf zwei Jahre. Ich wusste, ich wollte mehr, als „nur“ die rechte Hand des Arztes sein. Mein Ziel war es somit erstmal, mehr Wissen im Bereich Medizin zu erlangen. Für ein Medizinstudium war mein NC leider nicht optimal und jahrelange Wartesemester hätte ich überbrücken müssen. Daher verfolgte ich dieses Ziel nicht weiter.

Ich arbeitete als Medizinische Fachangestellte mehrere Jahre in einer Poliklinik. Im Anschluss in einer internationalen Privatklinik (Ambulanz), die für ihre Interdisziplinarität bekannt ist. Sprich, verschiedenste Fachrichtungen, die teils ineinandergreifen. Patienten wird so durch nur ein Praxisbesuch eine Behandlung auf mehreren Ebenen ermöglicht.

Nach einigen Jahren stellte ich auch hier fest, dass mir dies nicht mehr reichte und ich mehr „hinter die Kulissen“ schauen wollte. Weniger Patientenkontakt und ein Tätigkeitsbereich in der Verwaltung bzw. im Management. Es begannen unzählige Recherchen über Fort- und Weiterbildungen sowie Studienmöglichkeiten im Bereich Gesundheitswesen. Schlussendlich begann ich ein BWL-Studium, da ich über diesen Umweg im Gesundheitsmanagement durchstarten wollte. Private Studiengänge waren finanziell nicht stemmbar und auch das BWL-Studium musste ich aufgrund finanzieller Hürden abbrechen. Des weiteren war die Theorie und die Distanz zum Gesundheitswesen ein Ausschlusskriterium für mich.

Ich stieß über die IHK auf die Aufstiegsweiterbildung zum Fachwirt im Gesundheits- und Sozialwesen.

Die Weiterbildung wurde berufsbegleitend angeboten und war zudem durch erschwingliche Kosten attraktiv für mich.

Nach ca. 15 Monaten, bestehend aus zwei Blockwochen, jeden zweiten Freitag und Samstag Präsenzunterricht und unzähligen Bibliotheksbesuchen (und Nervenzusammenbrüchen) absolvierte ich erfolgreich den Abschluss zum Fachwirt im Gesundheits- und Sozialwesen. Gleichzeitig erhielt ich das Zeugnis zum Bachelor Professional of Health and Social Services. Inhalte waren u. a. BWL, Qualitätsmanagement, Personalführung und Marketing.

Kleiner Tipp: stelle bei deinem Arbeitgeber einen Antrag auf Bildungsurlaub. So erhielt ich fünf extra Tage pro Jahr Urlaub und konnte an den zwei Wochen Blockunterricht teilnehmen.

Endlich geprüfter Fachwirt – und wie geht es weiter?

Dieser Schritt ermöglichte mir den Sprung zur Praxismanagerin in einer ambulanten Augentagesklinik, auch das Gehalt stieg um einiges. Schnell veränderte sich mein gewohnter Berufsalltag und mir wurde bewusst, wie viel Führungsverantwortung ich nun trug. Ich liebte es! Zugleich stellte es natürlich auch viele Herausforderungen dar, an denen ich jedoch stetig wachsen konnte.

Die nächste Etappe führte in die Kassenärztliche Vereinigung, in der ich im Bereich Qualitätssicherung, Ärzten und medizinischen Einrichtungen beratend zur Verfügung stand. Antragsbearbeitung, Referieren und Qualitätsmanagement waren Teile dieser Tätigkeit. Aber auch etwas völlig anderes in einer Behörde zu arbeiten.

Ein Wechsel meines Wohnortes führte mich nun zur aktuellen Tätigkeit als Assistentin der Geschäftsführung im Krankenhaus.

Ein hohes Maß an Verantwortung und Organisationsgeschick sind täglich gefordert, lassen einen aber auch über den Tellerrand hinausblicken.

Wie und wohin mich mein beruflicher Weg führen wird, steht in den Sternen. Jedoch kann ich rückblickend sagen, dass jeder dieser Meilensteine dazu beitrug, meinen Erfahrungshorizont und meine Kenntnisse enorm zu erweitern.

Für alle meine Interessen einen Beruf zu finden war schwierig. Die Weiterbildung zur geprüften Fachwirtin im Gesundheits- und Sozialwesen ermöglichte mir jedoch diese zu vereinen. Weshalb ich genau diese Weiterbildung wärmstens empfehlen kann!

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Gehaltserhöhung 2022 für MFA | ZFA – 9 Tipps, wie du erfolgreich mehr Gehalt verhandelst

Hast du dich schon mal gefragt, ob du besser verdienen könntest? Ganz sicher!

Und ganz sicher könntest du auch mehr Geld am Ende des Monats auf dem Konto haben, wenn du dich trauen würdest, für dein Wunschgehalt einzustehen. Wäre da nicht immer dieses fiese Gefühl. Über Geld spricht man bei uns bekanntlich nicht. Und überhaupt: „Ich kann doch gar nicht richtig verhandeln.“

Dieser Artikel widmet sich genau diesem Thema: Deiner nächsten Gehaltserhöhung als MFA / ZFA.

Lerne, wie du bei einem neuen Jobangebot oder in aktueller Position bekommst, was du möchtest. Ich zeige dir, welche Strategien du anwenden kannst und richtig gute Argumente mit denen du überzeugst. Mit ein bisschen Vorbereitung kannst du dein Wunschgehalt erhalten.

1. Bestimmung deines Wunschgehalts

In unserem Artikel „Mein Gehalt als MFA / ArzthelferIn“ erfährst du die wichtigsten Begrifflichkeiten zum Gehalt. Hier ist es wichtig zu wissen, wo du aufgrund deiner beruflichen Erfahrungen und Qualifikationen stehst. Du kannst dich dabei am Tarifvertrag für Medizinische Fachangestellte oder dem Vergütungstarifvertrag für Zahnmedizinische Fachangestellte orientieren, solltest diesen aber auch nicht als absolutes Ziel betrachten.

Mit unserem Gehaltsrechner kannst du dein Gehalt nach aktuellem Tarifvertrag für MFA ganz einfach berechnen. Das errechnete Gehalt dient dir als Grundlage für deine Gehaltsverhandlung.

Informiere dich im Internet außerdem über die branchenüblichen Gehaltsangaben. Hier findest du eine Seite mit Übersichten zu allen Berufen. Die Angaben können dir helfen, wenn du dir nicht sicher bist, was du z.B. als MFA im Krankenhaus oder als Zahnmedizinische Verwaltungsassistenz (ZMV) verdienen kannst.

Viele große Arbeitgeber verfügen zudem über eigene Tarifverträge, die anders gestaltet sind als der Tarifvertrag für MFA oder ZFA. Die Tarifverträge sind meist öffentlich im Internet zugänglich.

Alternativ kannst du dich in deinem Berufsumfeld umhören, wieviel Kollegen aus deiner Branche auf ähnlichem Level verdienen.

Gut vorbereitet mit einer konkreten Gehaltsvorstellung in eine Gehaltsverhandlung zu gehen, stärkt deine Position. Egal, ob du dir ein höheres Gehalt bei deinem jetzigen Arbeitgeber aushandeln möchtest oder ob du den Arbeitgeber wechselst und im Vorstellungsgespräch gefragt wirst.

Bedenke aber auch die nicht-finanziellen oder andere monetäre Benefits, die für dich attraktiv sein können. Welche das sein können, findest du ebenfalls in unserem Artikel über das MFA-Gehalt. Dein Gehalt zusammen mit den weiteren Benefits bilden deine Gesamtvergütung.

2. Fragen zum Gehalt im Vorstellungsgespräch

Dein (potenzieller) Arbeitgeber wird dich garantiert auf das Gehalt ansprechen. Wenn du auf diese Frage nicht vorbereitet bist, gehen dir verschiedene Szenarien durch den Kopf und du antwortest wahrscheinlich nicht zu deinen Gunsten. Setzt du deine Gehaltsvorstellung zu niedrig an, geht dir bares Geld verloren. Forderst du zu viel, besteht die Gefahr, dass du den Job nicht bekommst.

Wie also richtig auf die Gehaltsfrage antworten?

Gehen wir einmal 2 Szenarien zur Gehaltsfrage durch und wie du am geschicktesten darauf reagieren kannst.

#1 Was verdienen Sie aktuell?

Wenn du darauf antwortest, antworte ehrlich mit der Bruttosumme, die du aktuell bekommst. Arbeitgeber wollen so einschätzen, ob sie sich dich „leisten“ können. Erwähne hier unbedingt auch die Benefits, die du aktuell erhältst. Also z.B. die Jahreskarte für den öffentlichen Verkehr, Tankgutscheine, 13. Gehalt etc. So kannst du dem zukünftigen Arbeitgeber direkt verständlich machen, wie dein Gesamtpaket aussieht. Du willst dich schließlich nicht verschlechtern. Wenn dein aktuelles Gehalt weit von deinem zukünftigen Wunschgehalt entfernt ist, wäre es ratsam der Frage auszuweichen und sie eher in Richtung deiner aktuellen Gehaltsvorstellungen zu beantworten.

#2 Was ist Ihre Gehaltsvorstellung?

Was du antworten kannst: „Ich suche nach einer Möglichkeit mein Gehalt zu verbessern.“ Nenne eine Gehaltsspanne, die für dich in Frage kommt anhand deiner zuvor getätigten Recherche. Mache aber auch klar, dass das Gesamtpaket stimmen muss und du anhand dieser Grundlage verhandlungsbereit bist. Mit der Angabe einer Gehaltsspanne kannst du dir für die weitere Verhandlung die Berücksichtigung von Benefits und unterschiedlichen Arbeitszeiten (z.B. 38h vs. 40h) offen halten.

Stelle am Ende eine direkte Gegenfrage: „Ist das innerhalb Ihres Budgets?“

Das zwingt dein Gegenüber zu einer ebenfalls direkten Antwort. Lautet die Antwort „Ja“, weißt du, dass du gute Karten hast. Bei einem „Nein“ kannst du fragen, wo sich die Vorstellungen nicht treffen. Sind es nur geringe Abweichungen, liegt es an dir abzuwägen, inwiefern du bereit bist zu verhandeln. Frage nach, was das Unternehmen im Gesamtpaket anbietet, z.B. flexible Arbeitszeiten, Beteiligung an Zusatzversicherungen, etc. Bekommst du hingegen eine Antwort wie: „Ihre Vorstellungen liegen weit entfernt von unseren“, ist der Job höchstwahrscheinlich sowieso nicht der richtige Treffer.

3. Erfolgreiches Vorstellungsgespräch: Angebot evaluieren

Herzlichen Glückwunsch. Du hast im Vorstellungsgespräch überzeugt und ein Vertragsangebot erhalten. Bevor du vor Freude blind unterschreibst, prüfe das Angebot auf deine vorab getroffenen Entscheidungen.

Ist der Job der richtige Treffer für dich?

Was gewinnst du? Was musst du vielleicht sogar aufgeben? Werden die Punkte von deiner Must-have Liste erfüllt?

Hast du ein faires Angebot bekommen im Vergleich zu dem was der Tarifvertrag für Medizinische Fachangestellte bzw. Vergütungstarifvertrag für Zahnmedizinische Fachangestellte angibt? Treffen sich die Rahmenbedingungen und zusätzlichen Benefits des Unternehmens mit deinen Vorstellungen dich weiter zu entwickeln? Geben sie dir die Sicherheit, die du benötigst?

Wenn du zu sehr zweifelst, ist es ein eindeutiges Zeichen. Zur Not hilft dir auch immer noch die gute alte Pro und Contra Liste. Welche Spalte überwiegt?

4. Beförderungen innerhalb einer Rolle / Praxis / Unternehmen

Du willst den nächsten Schritt in deiner Karriere angehen? Viele Arbeitgeber bieten die Möglichkeit sich innerhalb der Firma weiterzuentwickeln und aufzusteigen. Bei uns findest du eine Übersicht für einige Aufstiegsfortbildungen als Medizinische Fachangestellte oder Zahnmedizinische Fachangestellte.

An Beförderungen innerhalb eines Unternehmens gibt es immer einen kleinen Nachteil, wenn man so will. Deine Verhandlungspartner, ob es der Chef oder ein Personaler ist, kennen dein Gehalt, deine Stärken und Schwächen und deinen Ruf.

Aber auch hier gilt wieder: Vorbereitung ist alles!

Evaluiere zunächst deinen Karrieresprung. Steigst du in der Hierarchiestufe weiter nach oben, z.B. du wirst von einer MFA /ZFA Position zur PraxismanagerIn befördert. Oder ist es eine horizontale Beförderung, z.B. du bist Medizinische Fachangestellte in einer Hausarztpraxis und übernimmst einen zusätzlichen Aufgabenbereich, wie das Hygienemanagement. Hier bleibst du hierarchisch auf dem gleichen Level. Eben „nur“ mit weiteren Aufgaben bzw. mehr Verantwortung.

Bei einem Aufstieg in ein höheres Level hast du das höchste Potenzial für eine Gehaltserhöhung. Wenn du innerhalb deiner Position auf dem gleichen Level bleibst, aber Zusatzaufgaben übernimmst oder in eine andere Abteilung wechselst, ist etwas mehr Verhandlungsgeschick gefragt bzw. handfeste Argumente nötig.

Der richtige Zeitpunkt

Sprich deinen Chef nicht zwischen Tür und Angel an und „überfalle“ ihn oder sie nicht mit deinen Gehaltswünschen. Am besten bittest du um einen konkreten Termin, weil du „über deine berufliche Weiterentwicklung im Unternehmen sprechen möchtest“. Das gibt ihm/ihr die Möglichkeit sich mental darauf einzustellen und selbst schon die ersten Gedanken zu machen.

Sei professionell und dränge deinen Arbeitgeber nicht in die Ecke. Schließlich wollt ihr in Zukunft weiterhin gut zusammenarbeiten und das Gespräch soll für dich positiv ausgehen.

Das Verhandlungsgespräch vorbereiten

Bevor du in eine Gehaltsverhandlung gehst, ist das oberste Gebot dich gründlich vorzubereiten. Das hilft dir dich sicher zu fühlen und für das einzustehen, was du verdienst.

  • Mache eine Liste mit allen Aufgaben und Verantwortlichkeiten, die du inne hast. Schreibe auch alle Zusatzaufgaben auf, die du übernimmst. Sind sie noch so klein oder aus deiner Sicht unbedeutend.
  • Als nächstes listest du alles auf, was du für die Praxis oder das Unternehmen erreicht hast. Dies sind deine unschlagbaren Argumente für deine Gehaltserhöhung.
  • Bedenke: Es ist eine professionelle Unterhaltung. Dein Arbeitgeber will nicht hören, dass deine Miete erhöht wurde oder du den Hauskredit abbezahlen musst. Das ist kein Argument für eine Gehaltserhöhung. Sprich lieber darüber, was dich als MitarbeiterIn besonders macht. Liste handfeste Fakten darüber auf, worin dein Mehrwert als Medizinische Fachangestellte bzw. Zahnmedizinische Fachangestellte für das Unternehmen besteht. Du hast zu einer besseren Impfquote beigetragen oder mehr Igel Leistungen als im Vorjahr verkauft. Du hast dich in der zahnärztlichen Abrechnung weitergebildet und die Abrechnung in eurer Praxis verbessert oder einen neuen Lieferanten für den Praxisbedarf organisiert, der euch bessere Konditionen bietet. Du hast die Fortbildung zur Näpa absolviert und kannst den Chef nun bei Hausbesuchen entlasten und zudem zu höheren Sätzen deine Hausbesuche abrechnen. Die Liste an wichtigen Aufgaben und deinem positiven Beitrag zum Praxiserfolg sind sicherlich lang und die Argumente so einschlägig, dass der Arbeitgeber sie nicht von der Hand weisen kann.
  • Schreibe auch auf, was dir selbst in der weiteren Zusammenarbeit wichtig ist. Zum Beispiel: Herausforderung, Verantwortung übernehmen, Entwicklungsmöglichkeiten, Gestaltungsspielraum, die Praxis positiv nach außen repräsentieren. Dies zeigt deinem Chef, was deine Werte sind und ob sie mit seinen/ihren übereinstimmen.
  • Nun listest du dein aktuelles Vergütungspaket auf, also monatliches Bruttogehalt, Arbeitsstunden, Sonderzahlungen, sonstige monetäre und nicht monetäre Benefits. Dies gibt dir einen visuellen Überblick über das, was du jetzt bekommst. Daneben schreibst du dein neues Wunschgehalt und eventuelle zusätzliche Benefits.
  • Alles, was du dir bisher aufgeschrieben hast (deine Aufgaben, Verantwortungen, was dir in der Zusammenarbeit wichtig ist und das aktuelle Gehalt neben dem zukünftigen Gehalt) kannst du ordentlich in Word oder PowerPoint aufbereiten (Vorlagen im Internet helfen dir für ein schönes Design, wenn du selbst nicht bewandert bist im Umgang mit PowerPoint). Nehme die Unterlagen mit in das Verhandlungsgespräch. Das gibt dir zusätzliche Sicherheit, indem du dich an deinem „Skript“ langhangeln kannst. Zudem hat dein Verhandlungspartner eine ganz konkrete und visuelle Auflistung. Außerdem beweist das, wie sehr du dich mit dem Thema auseinandergesetzt hast. Ein weiterer Pluspunkt für dich.
  • Gehe nicht in eine Verhandlung mit eingeschüchterter Einstellung. Bedenke, dass dies nichts persönliches ist. Die Verhandlung an sich ist auf rein geschäftlicher Ebene. Dein Verhandlungspartner, ob es nun dein Chef oder ein Personaler ist, bezahlen dein Gehalt nicht aus eigener Tasche, sondern handeln auch nur im Namen des Unternehmens.
  • Wenn du erst einmal verhandelt hast und deine Forderungen angebracht hast, komme anschließend nicht mit weiteren Punkten. Alles was du verhandeln möchtest, solltest du direkt in der ersten Runde anbringen und nicht nachträglich zusätzliche Wünsche äußern, wenn du dich bereits mit deinem Arbeitgeber über etwas geeinigt hast. Das wirkt unprofessionell und kommt dreist rüber. Deshalb ist eine gute Vorbereitung so wichtig.

Das Verhandlungsgespräch einleiten

Nun wird es ernst. Der Tag der Gehaltsverhandlung steht an. Ein möglicher Einstieg in das Gehaltsgespräch könnte folgendermaßen lauten:

„Danke, dass Sie sich für mich Zeit genommen haben. Heute möchte ich mit Ihnen über unsere weitere Zusammenarbeit sprechen. Ich fühle mich in der Praxis sehr wohl, mache meinen Job gern und verstehe mich mit dem Team sehr gut. Im letzten Jahr habe ich mehr Verantwortung übernommen/ die Projekte X und Y erfolgreich abgeschlossen/ erfolgreich die Fortbildung zur Näpa abgeschlossen und dadurch diese und jene Tätigkeiten übernommen und wesentlich zum Praxiserfolg beigetragen, ….  Ich freue mich über die Möglichkeit, mich bei Ihnen beruflich so gut weiterentwickeln zu können. Anhand meiner Recherche bewegt sich das durchschnittliche Gehalt als Medizinische Fachangestellte / Zahnmedizinische Fachangestellte innerhalb meiner Rolle / des Aufgabenfelds und mit meiner bisherigen Erfahrung bei X Euro. Bietet sich hier die Chance auf eine Gehaltsanpassung aufgrund meines neuen Aufgabengebiets / der zusätzlichen Verantwortung?“

5. Umgang mit unerwarteten Situationen

Die Gegenseite lehnt dein Gehaltswunsch ab

Das ist enttäuschend und frustrierend zugleich. Aber lass dich dadurch nicht entmutigen. Frage ganz direkt nach dem konkreten Grund, warum der Arbeitgeber nicht in der Lage ist deine Gehaltsvorstellung zu akzeptieren.

Das sind die häufigsten Gründe und wie du darauf reagieren kannst:

#1 Timing

„Der Zeitpunkt ist gerade schlecht. Lassen Sie uns nächstes Jahr noch einmal sprechen.“

Es gibt Situationen, da passt es scheinbar gerade nicht. Lass dich hier nicht auf zu große Zeiträume ein. Wenn du vor kurzem erfolgreich Projekte abgeschlossen hast oder Spitzenleistungen gezeigt hast, sind diese in einem Jahr vergangen.

Was du kontern kannst: „Mein Anliegen erfordert einen früheren Termin. Ich habe kürzlich diese und jene Erfolge/ Leistungen erbracht aufgrund dessen ich eine Gehaltsanpassung für gerechtfertigt empfinde. Wenn Sie momentan viel zu tun haben, können wir gern einen Alternativtermin in den nächsten vier Wochen vereinbaren.“

#2 Kein Budget

„Wir haben aktuell kein Budget für Gehaltserhöhungen.“

Sei auf diese Situation vorbereitet und antworte darauf mit deinen vorher überlegten nicht-finanziellen Alternativen.

„Ich kann mir anstelle eines höheren Grundlohns auch sehr gut vorstellen, über Zusatzleistungen zu verhandeln. Ich dachte dabei an folgendes: …“

#3 Gehaltsrahmen im Unternehmen

„Sie verdienen bereits mehr als Ihre KollegInnen.“

Es kann natürlich sein, dass du bereits über dem MFA-Tarif bzw. ZFA-Tarif verdienst oder mehr als KollegInnen in deinem Team. Das muss natürlich trotzdem kein gerechtfertigter Grund für die Ablehnung sein. Versuche noch einmal deine gute Begründung für den Gehaltswunsch und deinen Wert für das Unternehmen vor zu bringen. Sollte dies auf taube Ohren stoßen, musst du möglicherweise überlegen, ob du dich nach Alternativen umsiehst.

#4 Ein nicht zufriedenstellendes Gegenangebot

Wenn du dich mit dem Angebot nicht wohlfühlst, frage ganz direkt nach dem Grund für ein niedrigeres Angebot.

„Können Sie mir bitte konkret sagen, wo meine Leistungen nicht den Erwartungen entsprechen? Ich bin davon überzeugt, dass X Euro ein gerechtfertigtes Gehalt für meine Leistungen sind.“

Komme mit der Summe deinem Arbeitgeber etwas entgegen, aber weiche nicht zu sehr von deiner ursprünglichen Forderung ab. So kannst du dich noch etwas runterhandeln lassen. Dein Arbeitgeber kann sich mit dir in der Mitte treffen und ihr beide habt ein Erfolgserlebnis.

Wenn sich wirklich gar nichts am Gehalt rütteln lässt, kannst du alternativ nach anderen Vertragspunkten fragen, die verhandelbar sind, z.B. ein Bonus, flexiblere Arbeitszeiten, Home Office 1x pro Woche, etc.

6. Verhandlungsmythen

Jeder hat so seine eigenen Meinungen über das liebe Geld und die Einstellung von Arbeitgebern zur Gehaltsverhandlung. Lasst uns ein paar dieser Mythen aufdecken.

#1 Die Praxis versucht für sich den besten Deal rauszuschlagen.

Je größer Unternehmen sind, desto mehr Richtlinien und Rahmenbedingungen haben sie. Das bedeutet, der Spielraum von Gehaltsspannen oder an individuellen Benefits, die sie neben ihren üblichen ausgeben können, ist vorgegeben und oftmals mit vielen Hierarchiestufen verbunden, die zustimmen müssen. Besonders bei kleinen Unternehmen achten Arbeitgeber auf Gleichheit in der Bezahlung bei ähnlichen Rollen.

Wahr ist, dass Arbeitgeber im Allgemeinen das beste Angebot für ihre Mitarbeiter machen wollen, um auf dem Arbeitsmarkt wettbewerbsfähig zu bleiben und dich langfristig als MitarbeiterIn gewinnen und halten zu können.

#2 Gehalt offen legen

Wenn du dein aktuelles Gehalt in einem Bewerbungsgespräch offenlegst, wirst du ein niedrigeres Angebot erhalten.

Du hast immer noch die Möglichkeit deinen Wert zu vermitteln und warum du der/die beste KandidatIn für den Job bist. Argumentiere vernünftig und klar, warum ein höheres Gehalt für dich absolut gerechtfertigt ist.

#3 Wenn ich nicht das Angebot annehme, bekommt jemand anderes den Job

In der heutigen Arbeitsmarktsituation, besonders im Gesundheitswesen, ist medizinisches Personal eine echte Rarität. Vor allem die wirklich guten MitarbeiterInnen sucht man, wie die Nadel im Heuhaufen.

Wenn deine Praxis einmal neue KollegenInnen gesucht hat, hast du sicher mitbekommen, wie lange die Suche dauerte und wie wenig, zudem oft unqualifizierte, Bewerbungen eingegangen sind.

Hast du bereits ein Angebot von einem Arbeitgeber erhalten, kannst du davon ausgehen, dass du überzeugt hast. Sie wollen dich einstellen. Sie halten dich für den besten Fit für die Position. Unabhängig von anderen Bewerbern. Aktuell bist du in einer guten Lage Angebote und Arbeitgeber zu vergleichen. Vor allem unbefriedigende Angebote musst du nicht sofort annehmen. Du hast immer die Möglichkeit in die Nachverhandlung zu gehen und einen besseren Deal für dich auszuhandeln. Sei selbstbewusst und fühl dich nicht als Bittsteller.

#4 Ich kann nicht verhandeln

Ganz ehrlich. Die meisten von uns sind nicht gut im Verhandeln. Ärzte auch nicht. Dies gehört nicht zu ihrer Ausbildung oder ihrem täglich Brot. Das Gute dabei: Du bist nicht allein. Und verhandeln kann man lernen. Es bedarf nur einer guten Vorbereitung und etwas Übung. Mach vor einer Gehaltsverhandlung doch ein kleines Rollenspiel mit einer/m KollegIn oder einer/m FreundIn. Das bringt dir mehr Sicherheit.

7. Erste Gehaltsverhandlung nach der Ausbildung

Eine besondere Situation in der Gehaltsverhandlung stellt sich für MFAs / ZFAs nach der Ausbildung dar. Meist hat man hier noch keine große Grundlage neben der Ausbildung, um mit speziellem Wissen, Erfahrungen oder Fortbildungen zu punkten.

Wie kannst du trotzdem ein zufriedenstellendes Gehalt aushandeln?

Recherche ist auch hier wieder das A&O. Wie hoch ist das Einstiegsgehalt einer MFA / ZFA? Vergleiche es je nach Arbeitgeber. Ob Praxis, Krankenhaus oder sonstige Arbeitgeber im Gesundheitswesen. Du wirst hier Unterschiede feststellen.

Überzeuge den Arbeitgeber von deinem Wert und welchen positiven Beitrag du leisten kannst. Demonstriere deine bereits erreichten Erfolge. Was hast du während deiner Ausbildung schon positives für die Ausbildungspraxis beigesteuert? Hast du bereits eigene Verantwortungsbereiche gehabt?

Nur wenige Bewerber erfüllen immer alle Anforderungen an eine Stellenbeschreibung. Was dich aber aus der Masse herausstechen lässt, ist deine Kommunikation. Dies ist eine Fähigkeit, die dir besonders als MFA / ZFA zu Gute kommen wird. Wie klar du dich ausdrücken kannst, in einer höflichen Art und Weise – ohne zu sehr in die Umgangssprache zu verfallen. Unternehmen suchen vor allem auch nach Mitarbeitern, die sich gut ins Team einfügen und keine Querschläger sind. Genauso wichtig ist ein respektvoller Umgangston mit den Patienten. Auch, wenn diese selbst nicht immer den Ton treffen. Als MFA / ZFA bist du auch das Aushängeschild der Praxis. Kommunikation und eine gewisse Serviceorientiertheit gehören zum Job dazu und sollten im Vorstellungsgespräch auch deutlich als deine Stärke wahrzunehmen sein.

Als Berufsanfänger ist das Gehalt natürlich wichtig. Endlich das erste „richtige“ Geld verdienen. Aber bedenke auch, dass deine neue Arbeitsstelle dir Möglichkeiten zur Weiterentwicklung bieten sollte. Was kannst du in deiner neuen Rolle lernen? Wie steuert sie zu deinem persönlichen und beruflichen Wachstum bei?

Diese Fragen kannst du ganz direkt im Vorstellungsgespräch angehen. Frage nach den Möglichkeiten und Potenzialen innerhalb der Rolle. Wie sieht die Einarbeitung aus? Gibt es einen Mentor, der sein Wissen mit dir teilen kann? Gibt es Mitarbeitergespräche zur Entwicklung? In welchen Abständen?

Der Berufsstart ist beängstigend und aufregend zugleich. Höre dir Stellenangebote genau an und stelle Fragen. Nimm dir Zeit, um deine Gesamtvergütung im Paket zu vergleichen (also Gehalt plus zusätzliche Benefits) und deine Möglichkeiten auszuchecken.

8. Deine Geheimwaffe in der Verhandlung

„Unter welchen Umständen würden Sie mir x Euro bezahlen?“ ist die beste Formulierung in der Gehaltsverhandlung. Damit kommt der Chef nämlich in einen Nachdenkprozess und ihr könnt gemeinsam Strategien entwickeln, von denen beide Seiten profitieren.

9. Wie speziell Frauen besser verhandeln

Im Allgemeinen ist es kein Geheimnis, dass Frauen auf gleichen Positionen weniger verdienen als Männer. Nun ist der MFA-Beruf und der ZFA-Beruf immer noch ein typischer Frauenberuf und Gehaltsunterschiede zwischen den Medizinischen Fachangestellten / Zahnmedizinischen Fachangestellten liegen eher an der geografischen Lage oder dem einzelnen Arbeitgeber. Dennoch finden Gehaltsgespräche oftmals mit männlichen Verhandlungspartnern statt.

Insbesondere Frauen haben oft implizierte Glaubenssätze über sich und die Einstellung zu Geld. Sie sind der Meinung, zu fordernd rüber zu kommen, wenn sie nach mehr Geld fragen. Viele können besser für andere einstehen als für ihre eigenen Bedürfnisse. Oder sie sind einfach unsicher, was ihnen zusteht und wann der richtige Zeitpunkt zur Verhandlung ist. Manche befürchten, dass Gehaltsverhandlungen ein negatives Licht auf sie werfen oder verknüpfen es mit einer Konfrontation aufgrund von vorherigen schlechten Erfahrungen.

Na, findest du dich hier irgendwo wieder?

Es gibt Strategien und Übungen, die dir helfen. Sieh Verhandlungen im allgemeinen als Chance und Möglichkeit für dich, um deine Fähigkeiten zu demonstrieren und dein Selbstvertrauen zu stärken. Das, was du jetzt aushandelst oder wofür du jetzt einstehst, wird für längere Zeit dein Einkommen bestimmen.

Übe so lange bis du dich sicher fühlst. Arbeite deine Argumente aus. Gehe verschiedene Szenarien durch und wie du auf bestimmte Situationen reagieren kannst. Das macht den Ernstfall weniger stressig und du hast die richtigen Worte parat. Jeder Schauspieler übt seine Texte so lange bis sie sitzen und natürlich über die Lippen gehen bevor er die Bühne betritt.

Eine erfolgreiche Verhandlung ist am Ende des Tages mit guter Kommunikation und Argumenten verbunden.

Und jetzt….

… trau dich!

Arbeite deine unschlagbaren Argumente für mehr Gehalt aus, überlege deine Rahmenbedingungen für die Gehaltsverhandlung und vereinbare einen Termin mit deinem Vorgesetzen. Denn ein wertschätzendes und attraktives Vergütungspaket (Gehalt, monetäre und nicht-monetäre Benefits) ist ein wesentlicher Bestandteil zu einem befriedigenden Job und mehr Zufriedenheit im persönlichen Leben.